Mainz
Britta Marakatt-Labba
Stitched Tracks
Kunsthalle Mainz 30.1.–26.7.2026
von Isa Bickmann
Sápmi, die Region des einzigen indigenen Volkes Europas und Heimat der ausstellenden Künstlerin Britta Marakatt-Labba, erstreckt sich über die Länder Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Die Ländergrenzen wurden den Sámi aufgezwungen, sie kreuzen die Pfade der Menschen und ihrer Rentiere. Die wohl bekannteste Künstlerin Nordskandinaviens stellt mit Nadel und Faden den Alltag, die Mythologie und Geschichte der Sámi sowie die Bedrohung ihrer Kultur und Lebenswelt dar. Es ist überaus lohnend, sich mit den Augen in den hohen Norden zu begeben, um den Reichtum dieses Werkes zu entdecken.
Unter der Kuration von Stefanie Böttcher und Marlène Harles konzentriert sich Marakatt-Labbas hierzulande erste Einzelausstellung auf über 50 Textilwerke und einige Aquarelle, die, beginnend mit einer frühen Arbeit von 1968, aus fünf Jahrzehnten stammen und deren nichtchronologische Hängung Themenkreise erschließen lässt. Gleich neben der Eingangstür der weiß und eisblau gestrichenen ersten Halle ist eine mit Stickerei und Applikationen auf Leinen geschaffene Arbeit zu sehen, in der Marakatt-Labba ihre Geburt in einem „Iávvu“ darstellt, wie das traditionelle Zelt im Nordsámischen heißt. Vor dem Zelteingang warten Kinder auf das Neugeborene. Am Ende des Rundgangs durch diesen ersten Raum der Schau schließt sich der Kreislauf des Lebens mit der Stickarbeit einer Beerdigung, in der die Künstlerin auf den frühen Tod des Vaters Bezug nimmt. Eine Leiter verbindet die Welt der Lebenden, die in einem Trauerzug aus einer Kirche kommen, mit der Welt der Toten.
Die wiederkehrende Kreisform als starkes Motiv dieser Kultur und des kommunikativen Miteinanders, was im Raum inszeniert…
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