Christine Furuya-Gössler
Photographs 1978–1985
von Christina IRRGANG
Erster März 1978: Seiichi Furuya sitzt auf einem Stuhl mit gepolsterter Rückenlehne, hält eine Kamera vor sein rechtes Auge, mit dem linken blickt er Christine Gössler an, die in dem Moment ein Foto von ihm macht. Die groben, weichen Maschen des hellen Stickpullovers, den Furuya trägt, stehen in Kontrast zu seinem schwarzen Haar; die Spitzen eines Kaktus, der neben ihm auf dem Fensterbrett steht, ragen diffus in den Raum, der im Hintergrund von einem Bücherregal und dem durch eine Gardine milchig einfallenden Licht definiert wird. Gössler, die zu diesem Zeitpunkt Kunstgeschichte in Graz studierte, hatte erst im Februar jenes Jahres den Fotografen Furuya kennengelernt – und selbst zu fotografieren begonnen.
Ihre Aufnahmen aber blieben in ihrer Vielfalt bislang ungesehen. Dies ändert die 2025 erschienene Publikation Christine Furuya-Gössler: Photographs 1978–1985, die mit 129 Abbildungen Furuya-Gösslers fotografisches Werk posthum vorstellt.
Bekannt ist Christine Furuya-Gössler (1953–1985) aus den Fotografien von Seiichi Furuya (geboren 1950), der seine Geliebte, Begleiterin, Ehefrau und Mutter eines gemeinsamen Kindes über den Verlauf ihres Zusammenlebens nahezu täglich fotografierte und zahlreiche Porträtaufnahmen der sich stets Wandelnden veröffentlichte.
Das jüngst erschienene Fotobuch Christine Furuya-Gössler: Photographs 1978–1985, das von Cécile Poimbœuf-Koizumi editiert wurde und von einem Text von Furuya begleitet wird, zeigt nun Furuya- Gösslers Blick auf das gemeinsam gelebte Leben: als Paar, im Alltag, mit Katze, auf Reisen, mit Familie – bis zu dem Zeitpunkt, als die Fotografin sich im Oktober 1985 das Leben nahm. Furuya hatte Furuya-Gösslers Filmrollen nach ihrem Tod verwahrt und 2018 wiederentdeckt: In drei Veröffentlichungen…
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Kernperson
Christine Furuya-GösslerWichtige Erwähnungen
Seiichi FuruyaWeitere Nennungen
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