Berlin
David Lynch
On View
Pace Gallery 29.1.–29.3.2026
von Peter Funken
Außergewöhnliche Menschen, es gibt sie: Georg Christoph Lichtenberg und Herman Melville, auch Walpurga Pauels, Irina Dzhus oder Bernd Koberling – und natürlich David Lynch! Er starb im letzten Jahr mit fast achtzig. Seine Berliner Ausstellung On View in der Pace Gallery hatte er noch selbst geplant. Auch On View ist außergewöhnlich, die Ausstellung geht unter die Haut und stellt Fragen. Als Spielfilmregisseur weltberühmt, sah Lynch sich dennoch als bildender Künstler. In Philadelphia studierte er zuerst Malerei, doch schon 1964 startet er mit cineastischen Experimenten. Bei gemalten Bildern fehlten ihm, wie er sagte, Bewegung und Sound.
Seine Ausstellung beginnt mit dem Kurzfilm The Alphabet (1968). Dafür kombinierte Lynch Animations- und Realfilm. In der Hauptrolle seine damalige Frau Peggy, sie erlebt den Alptraum eines Mädchens, das vom Alphabet gequält wird. Im Bett liegend und von Buchstaben bedrängt, spuckt sie am Ende Blut. Das Geschrei seiner frisch geborenen Tochter Jennifer nutzte Lynch für den Sound. On View zeigt in der relativ kleinen Galerie anhand ausgewählter Arbeiten der letzten 25 Jahre David Lynch als künstlerisches Multitalent: Malerei, Assemblagen, Zeichnungen, schwarz-weiß Fotografie und von ihm entworfene Lampen. Insgesamt sind es nicht mehr als dreißig Arbeiten, doch damit gelingt es, Lynchs Blick auf diese Welt vorzustellen: Es ist ein seltsamer, höchst gefährlichen Ort. Zu regieren scheinen Schmerz, Angst und Qual, Illusionen entstehen, um zertrümmert zu werden, Schmutz und Blut sind menschliche Hinterlassenschaften und der Himmel ist griesgrau. Aber da sind dann auch immer wieder kuriose und ironische Momente in seinen…
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