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Ausstellungen: Berlin · von Claudia Wahjudi · S. 212 - 213
Ausstellungen: Berlin ,

Berlin
Dear Berlin.

10 Berliner Künstlerinnen des Deutschen Künstlerbundes von Sonya Schönberger / Berliner Zimmer
Projektraum des Deutschen Künstlerbundes 5.12.2025–6.3.2026

von Claudia Wahjudi

In wetterfestem Anorak sitzt Christl Mudrak in einem Waldstück, ihrem Open-Air-Atelier, und erinnert sich vor laufender Kamera an eine Begebenheit während ihres Studiums. Frisch von einer Reise zurück, geriet sie an der Kunsthochschule Weißensee in eine Versammlung von Kommiliton*innen. Vor die Menge trat eine Lehrkraft, die Mudrak noch nicht kannte, große rosafarbene Sonnenbrille „wie ein Astronaut“, und habe gerufen: Bitte um Handzeichen, wer in fünf Jahren in der Tate Modern ausstellen will!

Claudia Wieser lässt sich in einer geräumigen Wohnküche filmen. Ab und an streicht ihre Katze durchs Bild. Sie finde es anmaßend, zu sagen, „ich will ins MoMA“, meint Wieser. Sie wünsche sich, dass ihr Werk über ihren Tod hinaus im Gespräch bleibe.

Zehn Künstlerinnen hat Sonya Schönberger mit dem Kameramann Cavo Kernich 2025 besucht, sie zu Laufbahn, Werk sowie ihrem Lebensmittelpunkt Berlin befragt und daraus den achtstündigen Film Dear Berlin (2025) gemacht. Er läuft in Schönbergers gleichnamiger Ausstellung beim Deutschen Künstlerbund, in dessen Projektraum, durch den sich jetzt eine Mauer aus weißen Blocksteinen schlängelt, nur von Stäben und Spanngurten gehalten. Diese Mauer beherbergt von jeder interviewten Künstlerin eine kleinere Arbeit: bemalte Holzplastiken von Wieser etwa und eine Installation mit Kaktus von Mudrak. An und in die Mauer geschmiegt, treten die zehn individuellen Arbeiten als Zeichen gemeinsamer Künstlerinnenschaft auf.

Ganz hinten, auf einer zweiten, viel kleineren, rechtwinkligen Mauer, läuft Schönbergers Film. Anfangs stellen sich die Künstlerinnen kurz vor. Die meisten wurden vor…

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