Dortmund
Die andere Seite der Nacht

Dortmunder Kunstverein 15.2.–17.5.2026

von Claudia Posca

Die andere Seite der Nacht ist eine Abschiedsausstellung. Nach sechs Jahren Leitung verlässt Rebekka Seubert den Dortmunder Kunstverein, um zum Ludwig Forum für Internationale Kunst nach Aachen zu wechseln. Ob ihre letzte Präsentation also eine besondere ist, eine vielleicht programmatische noch dazu? Man kann es so sehen. „Die Ausstellung ist eine Einladung, den archaischen Moment des Schlafs, der ein Drittel der menschlichen Lebenszeit ausmacht, als persönlichen und gesellschaftlichen Wert zeitgenössisch zu verhandeln und sich auf das widerständige Potenzial des Traums, das Körper und Gefühlswelt in der Dunkelheit zusammenbringt, einzulassen“, skizziert Rebekka Seubert den roten Faden, der die Arbeiten von Javkhlan Ariunbold (*1990) und Anne Bourse (*1982), von Christian Pfluger / Die Weltraumforscher (*1963) und Rosanna Graf (*1988) sowie von Jean Katambayi Mukendi (*1974), Rasha Omar (*1989) und Fion Pellacini (*1986) bis hin zum interaktiven Schlafmeditations-Labor Nap Room (2026) des Londoner Kreativstudios Bompas & Parr assoziativ vernetzt. Dass es dabei um ein sehr fluides Thema geht, spiegelt sich in der Verwendung meterhoher Vorhänge aus transluzider Sprinklergaze, die nicht nur als ordnende Raumteiler funktionieren, sondern mit der Verunklärung von Raum und Durchblick kuratorisch umsetzen, was Traum und Träumen, – mal nebulös, mal verwirrend, oft surreal –, ausmacht. Ein erstes Beispiel fürs Geisterhafte menschlicher Träume liefert die von Javkhlan Ariunbold ortsspezifisch angefertigte, große blaue Wandmalerei mit aufmontierten kleinen Holztafeln, die wie Luu (2026) Motive der mongolischen Märchenund Götterwelt zeigen. Nach dem Glauben des Schamanismus kann der Mensch mittels meditativer Versenkung bzw. im Traum zu…

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