How to draw when the world is on fire?

Beobachtungen zum aktuellen Werk von Katrin Ströbel
von Carmela Thiele

Katrin Ströbel hinterfragt die sozialen, kulturellen und geopolitischen Bedingungen des Lebens. Ihre Zeichnungen, Collagen, ortsspezifischen Arbeiten und Installationen befassen sich mit den Folgen von Kolonialismus und Migration. Sie zeigen, wie Geopolitik und Geschlechterpolitik miteinander verknüpft sind.

Im Frühjahr 2025 arbeitete Katrin Ströbel für ein paar Wochen im Atelier Worlding eines non profit art space in London. Sie zeichnete mit Grafit Arme auf Papier, schnitt Formen aus, hängte sie an die Wand. Arme mit zwei Händen, an jeder Seite eine. Gestreckte Arme, geknickte, gebogene Arme, mal schwarz, mal weiß, ein Bein. Sie experimentierte mit „modularen Körperrepräsentationen“, auf der Suche nach einer „anderen Energie“. An der Wand hing das Manifest des Trotzdem-Machens: „Welcome the djinns, remain porous, move as a group (…).“ Körperfragmente geistern über die weiße Wand, darunter der Schatten einer Frau, Kopf, Hals, Arme und Brüste – mehr ist nicht erfasst. Katrin Ströbel: „Ich habe mich nie als jemand gefühlt, der figürlich arbeitet, Figuren tauchen auf, wenn es inhaltlich, formal wichtig ist.“1

Fragmente

Seit 2016 experimentiert Ströbel mit Collagetechnik, erkundet mit der Schere weibliche Handlungsräume und körperliche Verfasstheiten. Als Material verwendet sie alte Zeitschriften. Aus Fragmenten werden neue Bilder. Manchmal reicht ein Schnitt, eine Klebestelle, um eine neue Aussage zu treffen: Eine junge Frau mit dunklem, kinnlangem Haar, in einem modernen roten Kleid. Sie hält beim Stricken inne, schaut auf die Uhr, verpasst, dass nebenan ein Gebäude in Flammen steht. Zeit wird relativ: in „Cleopatra“…

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