München
Iman Issa

Lass uns spielen

Lenbachhaus 24.11.2025–12.4.2026

von Martin Blättner

Diese Ausstellung von Iman Issa hat etwas Irritierendes. Der Titel Lass uns spielen ist vielversprechend, aber das, was auf einen zukommt, ist überraschend. Zunächst sieht alles nach harmonischer Ästhetik aus. Die Objekte im Stil der klassischen Moderne mit den geometrischen Grundformen sind sehr vertraut – Kugeln, Pyramiden, vereinfachte Drahtfiguren, die an das Bauhaus erinnern – all das nimmt man zunächst wohlwollend wahr, doch Videoaufnahmen von einer Autowaschstrasse und Sequenzen vom Irak-Krieg auf einem anderen Monitor verstören dann doch. Vor allem sind Beschreibungen einzelner Kunstwerke den Objekten nicht immer unmittelbar zugeordnet, sondern werden im Kontext verrätselt oder in der Relation unterlaufen. Man erkennt verblüfft, dass hier offenbar bewusste Absicht im Spiel ist, aha – „lass uns spielen“. Wenden wir uns zunächst der entschlüsselbaren Serie vermeintlicher Selbstporträts in den Formen schwarzer oder weißer Ovalkörper zu, die mit unterschiedlichen Einschnitten gestaltet sind, sich aber auf andere Personen beziehen: Etwa auf ihr Alter Ego Christa Wolf, die sie auf der Bildtafel so charakterisiert: „die begriff, dass das Beharren auf die Unterscheidung zwischen dem Westen (ihrem Westen) und dem Osten (ihrem Osten) ungeachtet ihrer Einwände ihr eigenes Leben überdauern würde“. Alle Variationen dieser „Selbstporträts“ sind mit Statements versehen, so der Kunsthistoriker Ananda K. Coomaraswamy, der wusste, dass eine menschliche Stimme im Gegensatz zu einer Orgel, „auch ohne gespielt zu werden, erklingen“ könne. Oder die Sympathie-Erklärung für den ägyptischen Dichter Georges Henein, der für die Blinden das Wort ergriff. Auch die ägyptische Feministen Daria Shafik wird erwähnt, die…

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