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Ausstellungen: Kerpen · von Uta M. Reindl · S. 226 - 227
Ausstellungen: Kerpen ,

Kerpen
John Bock

Nixnutz Climax
Haus Mödrath – Räume für Kunst 12.10.2025–30.8.2026

von Uta M. Reindl

Keine Chance auf Einstimmung: Wer die Werkschau von John Bock im Haus Mödrath erleben will, befindet sich schon mittendrin, kaum hat er die ehrwürdige Villa im Rhein-Erft-Kreis betreten. Härchen mit Momsen (2017) nennt sich da die einem puffigen Wohnwagen-Interieur sehr ähnlichen Multimedia-Installation, die der Künstler – wie bei den anderen Arbeiten auch – „Summenmutationen“ nennt. Er lehnt den handwerklichen Fachbegriff „Installation“ für seine Kunst ab. Hier dürfen sich die Besucher*innen schonmal auf einen Parcours durch die zweigeschossige Landvilla einstimmen, der gelegentlich gar das bietet, was oft „immersives Erlebnis“ genannt wird: mit raumfüllenden, vor allem dichten sowie verwirrenden Akkumulationen von künstlerisch gestalteten und dilettantisch anmutenden Requisiten, wie die vom Gebrauch arg gezeichnete Ready-Mades samt Videos mit gerne mal provokativen, travestieartigen Szenen im Stil des Horror- und Pornografie-Genres beziehungsweise der Bildwelten von High- und Low Culture. Viele der in den Filmen auftretenden Akteure scheinen der mittelalterlichen Welt entsprungen – mit entsprechenden Kostümen und mitunter geschwärzten Zähnen. Der Sinn ihrer Handlungen erschließt sich nur schwer.

Bereits hinter dem altfränkischen wie kryptischen Ausstellungstitel Nixnutz Climax verbirgt sich die durchaus verwirrende Haltung des fraglos renommierten Künstlers, der in etlichen Museen und Sammlungen vertreten ist, auch Teilnehmer von gewichtigen Großschauen wie documenta in Kassel, Skulptur Projekte Münster sowie der nomadischen Manifesta war. „Ich habe mich entschieden, dass wir Künstler eigentlich unproduktiv sind“, verriet John Bock nämlich zum Auftakt seiner Mödrather Ausstellung dem Kölner Kulturmagazin „Stadtrevue“. Der in Berlin lebende Künstler und Professor für Bildhauerei…

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