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Ausstellungen: Bonn · von Helga Meister · S. 228 - 229
Ausstellungen: Bonn ,

Bonn
Kerstin Brätsch

MƎTAATEM
Kunstmuseum Bonn 11.12.2025–12.4.2026

von Helga Meister

Einen ersten Eindruck vom technischen Können der Kerstin Brätsch erhielten die Besucher*innen der Biennale von Venedig 2022, als Steinmalerei und Sitzobjekte an die Mosaike von Gaudi, farbiger Stuckmarmor an barocke Künste und Glasarbeiten ans malerische Erbe von Sigmar Polke anknüpften, dessen Reststücke aus seinem Zyklus im Grossmünster Zürich sie benutzen durfte. Damals lebte die Hamburgerin in New York. Seit einem Jahr ist sie zurück in Deutschland, hat ein Atelier in Berlin, teilt sich eine Professur mit Debo Eilers in Hamburg und präsentiert eine opulente Retrospektive im Kunstmuseum Bonn.

Die 46-Jährige liebt Kunst und Kunsthandwerk in allen Fertigkeiten und Bezügen zu Alchemie und Mystik. Nun zeigt sie in acht Räumen die klassische wie die alternative Geschichte der Malerei, ihre Bruchstellen und Seitenwege, ihre Hoffnung und ihre Zweifel. In hoher Kunst und in bedruckten Wabenplatten, in denen sie ihre eigenen Wände ins Museum stellt. Der Titel Meta-Atem ist ein Palindrom. Er spiegelt das Bemühen, das Jenseitige und eine diesseitige, fluoreszierende Malerei zur Einheit zu bringen.

Kunst als Reflexion der Künste vom Spirituellen bis zum realen Sitzmöbel und zur prächtigen Tapete. Mit erstaunlicher Offenheit berichtet Brätsch von ihrer schweren Covid-Erkrankung, nach der sie den Glauben wie den Aberglauben zu Hilfe nahm, Hellseher*innen befragte und einer Online-Qigong-Gruppe beitrat, um die Technik des Atmens zu erforschen. Zugleich habe sie den Atem als Medium begriffen, um dem Universum nahe zu sein. MƎTAATEM mit dem E in Spiegelschrift ist nicht nur anthroposophisch, sondern auch biographisch zu begreifen, auf dem Weg vom Ich…

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