Report
Kunst in der Krisenregion Naher Osten
Ein Report von Sabine B. Vogel
Kaum eine Region ist derzeit von so krassen Kontrasten gekennzeichnet wie der Nahe Osten. Während Jemen und Sudan von Bürgerkriegen zerstört werden und im Iran die Proteste gegen das Mullah-Regime nicht abreißen, entwickeln sich gleichzeitig wenige Hundert Kilometer entfernt die Vereinigten Emirate, Saudi-Arabien und Katar zu den neuen Hotspots des Kunstbetriebs. Obwohl die Kriegsherde und Kunsthochburgen auf politischer Ebene teils verfeindet sind, finden sie in der Kunst auf den Biennalen und Kunstmessen zusammen: Ob die 3. Diriyah Biennale in der saudischen Hauptstadt Riad, Desert X in der saudischen Wüste Al Ula oder die Premiere der Art Basel Qatar, jede Veranstaltung lenkt dieses Jahr unsere Blicke auf die Kunst der Region.
Dabei sind die politischen Voraussetzungen dafür alles andere als einfach: Im Kampf der Huthi-Rebellen und der Regierung Jemens, aber auch im internen Krieg im Sudan greifen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate seit Jahren militärisch bzw. mit finanzieller Unterstützung massiv ein – Anfangs gemeinsam, mittlerweile auf verfeindeten Seiten. Damit nicht genug, ist seit kurzem ein neuer Krisenherd hinzugekommen: Seit das Mullah-Regime im Iran die Proteste der Bevölkerung brutal niederschlägt, droht die USA mit einem militärischen Angriff und schickte jüngst den US-Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ mit 90 Kampfflugzeugen an Bord in die Region. Diese Einmischung lehnen die arabischen Staaten allerdings in konsequenter Einigkeit ab, da sie eine Destabilisierung der gesamten Region fürchten, ein Entflammen weiterer Konflikte und wirtschaftliche Konsequenzen.
Am 1. März wurde diese drohende Gefahr nun Wirklichkeit – Aufgrund der Bombardierungen des…
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