Nachrichten
Museen & Institutionen
Das Edith-Russ-Haus für Medienkunst wir in „HAUS FÜR MEDIENKUNST OLDENBURG“ umbenannt. Grund dafür ist eine Neubewertung der NS-Vergangenheit von Edith Russ. Sie trat 1941 in die NSDAP ein und arbeitete in den Kriegsjahren als Schriftleiterin. Die Parteimitgliedschaft verschwieg und leugnete sie später. Nach ihrem Tod floss ihre Erbschaft in eine Stiftung und in den Bau des Hauses für Medienkunst, das nach ihr benannt wurde. „Diese Ehrung ist aus Sicht der Verwaltung aufgrund der dargelegten problematischen Haltung von Edith Russ in Bezug auf ihre Mitgliedschaft in der NSDAP und ihre propagandistische Arbeit für nationalsozialistische Zeitungen nicht angemessen und nicht vertretbar“, heißt es jetzt nach neuen Erkenntnissen.
Aino Laberenz, die Witwe und Nachlassverwalterin CHRISTOPH SCHLINGENSIEFs , schenkte der NEUEN NATIONALGALERIE in Berlin die Rauminstallation Deutschlandsuche ’99. Schlingensiefs Projekt Deutschlandsuche ’99 begann – an eine vorherige Aktion in New York anknüpfend – mit einer Theatertour durch verschiedene deutsche Städte. Es galt, angesichts zunehmender rechtsextremer Umtriebe Ende der 1990er Jahre die nationale Identität im Kontext der NS-Vergangenheit kritisch zu befragen. Inspiriert war Schlingensief von Richard Wagners Opernzyklus Der Ring des Nibelungen.
Die KUNSTMUSEEN KREFELD vereinbarten eine Partnerschaft mit der ADOLF-LUTHER STIFTUNG. Ziel dieser Kooperation „ist die enge wissenschaftliche und organisatorische Verzahnung der Aktivitäten und Schnittstellen beider Institutionen.“ Die „Adolf-Luther Stiftung an den Kunstmuseen Krefeld” wird das Erbe des Lichtund Objektkünstlers Adolf Luthers am Standort Krefeld „sichern und fortführen sowie den großen Bereich der Konkreten Kunst maßgeblich stärken.“ Den offiziellen Auftakt der Kooperation bildet die Ausstellung Adolf Luther. Sehen ist schön bis zum 21.09.2025.
Die KUNSTHALLE DÜSSELDORF wird voraussichtlich von 2026 bis 2029 saniert. Die gesamte Haustechnik muss erneuert werden; zudem soll die Barrierefreiheit verbessert werden. Diese Umbaumaßnahmen können nicht bei laufendem Betrieb vorgenommen werden, dennoch soll die Kunsthalle im genannten Zeitraum „sichtbar und erlebbar bleiben“, heißt es. Für das Interimsprogramm sind etwa Kooperationen mit anderen Düsseldorfer Institutionen und die Zwischennutzung von leerstehenden Räumen geplant.
Anselm Kiefer hat in seinem Elternhaus in Rastatt-Ottersdorf das neue Museum HAUS KIEFER eröffnet. 2019 hatte er das Haus zurückgekauft und aufwendig restaurieren lassen. Die Eröffnungsausstellung Anselm Kiefer – Werke 1971 bis 1986 zeigt dort aktuell frühe Werke des Künstlers, die in seinen damaligen Ateliers in Hornbach und Buchen im Odenwald entstanden sind.
Die JULIA STOSCHEK FOUNDATION in Düsseldorf ist für Umbauarbeiten geschlossen. Die Wiedereröffnung ist für April 2026 angekündigt. Bis dahin finden Ausstellungen, Screenings und Veranstaltungen an wechselnden Orten im Stadtraum statt.
Das NEUE MUSEUM NÜRNBERG feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Direktorin Simone Schimpf verweist auf eine erfreuliche Bilanz: seit der Eröffnung registrierte man in 299 Ausstellungen 1,76 Millionen Besuche. Allein im vergangenen Jahr 2024 wurden 86.153 Besuche gezählt.
Die Stiftung HAMBURGER KUNSTSAMMLUNGEN und die HAMBURGER KUNSTHALLE haben ein Provenienzforschungsprojekt abgeschlossen, das zeigt, dass die Nachkommen des Sammlers Georg Tillmann Ansprüche auf die Rückgabe von zwei Kaminfiguren des Künstlers Gustav Heinrich Wolff haben. Die Erben haben jedoch entschieden, auf den Anspruch zu verzichten. Urenkel Hugo Tilman: „Wir sind dankbar für die Recherchearbeit […] und ihre Bestätigung, dass die Skulpturen rechtswidrig genommen wurden. Was diesen Fall betrifft, sind wir überzeugt, dass unser Urgroßvater gewollt hätte, die Skulpturen in Hamburg weiterhin öffentlich auszustellen“. Eine Gedenktafel in der Kunsthalle weist nun auf die Herkunftsgeschichte hin.
Das MÜNCHENER KÜNSTLERHAUS feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Die Geschichte des Künstlerhauses ist wechselvoll: es gab eine Epoche glanzvoller Feste bis 1933, und dann 1938 eine Enteignung und eine Zwangsauflösung des Künstlerhaus-Vereins durch das NS-Regime. 1944 brannte das Gebäude nach einem Fliegerangriff aus; der erhaltene Vorderteil diente nach 1945 als amerikanisches Offizierscasino, bis der wieder gegründete Verein 1955 die Immobilie zurück bekam und mit dem Wiederaufbau beginnen konnte. Die Restaurierunsarbeiten waren erst 1998 komplett abgeschlossen.
Nach sechs Jahren hat das Bielefelder KUNSTFORUM HERMANN STENNER seine Räume geschlossen und die Ausstellungstätigkeit eingestellt. Zuletzt war dort die Werkschau Cornelius Völker: Guter Stoff zu sehen. Bis zum 30. Juni 2025 wird das Museum in der Villa Weber abgewickelt. Später soll die Kunsthalle Bielefeld die Villa als Interimsquartier beziehen.
Die Freunde der KUNSTMUSEEN KREFELD kauften mit der Unterstützung durch das Land NRW ein für das Haus Esters konzipiertes Wandgemälde der Künstlerin SARAH MORRIS an. Sie hatte anlässlich ihrer Einzelausstellung das Werk eigens für das ehemalige Damenzimmer des Haus Esters geschaffen. Die Arbeit gehört zu ihrer Sound Graph-Serie und visualisiert grafisch den Satz „Society is abstract, culture is concrete“.
Der GRAND PALAIS in Paris wurde seit März 2021 umfassend renoviert. Das Hauptschiff konnte bereits 2024 zu den Olympischen Spielen für Sportwettkämpfe genutzt werden. Für den 06. Juni 2025 ist nun die vollständige Wiedereröffnung des Gebäudes geplant, sodass die Besucher*innen zum ersten Mal bisher ungenutzte Flächen betreten können. Im Zuge dessen wird auch der PALAIS DE LA DÉCOUVERTE, ein Wissenschaftsmuseum im Westflügel des Grand Palais wieder zugänglich.
Aus dem Park vor dem Duisburger LEHMBRUCK MUSEUM wurde die 500 Kilo schwere Bronze Egypt des schottischen Künstlers Eduardo Paolozzi gestohlen. Möglicherweise handelte es sich um einen Metalldiebstahl und die Täter planen, das wertvolle Kunstwerk einzuschmelzen. Die Polizei ermittelt wegen schweren Diebstahls.
Die TATE GALLERY restituiert das Gemälde Aeneas and his Family Fleeing Burning Troy des Malers Henry Gibbs aus dem Jahr 1654 an die Nachfahren des Kunstsammlers Samuel Hartveld. Als die deutsche Wehrmacht 1940 Belgien besetzte, mussten Hartveld und seine Frau fliehen. Die Besatzungsmacht beschlagnahmte das Bild. 1994 wurde es in Brüssel für die Sammlung der Tate Gallery angekauft.
Das New Yorker NEW MUSEUM OF CONTEMPORARY ART bekommt nach Entwürfen des Büros OMA von Rem Kohlhaas einen siebenstöckigen Erweiterungsbau, der die Ausstellungsfläche um mehr als die Hälfte verdoppelt. Die Fertigstellung ist für Herbst 2025 angekündigt.
Die Londoner TATE GALLERY will ihre Belegschaft um ca. sieben Prozent reduzieren. Der PERSONALABBAU soll durch freiwillige Abgänge und Einstellungsstopps erreicht werden. Ein Sprecher des Museumsnetzwerks, erklärte, es gelte, ein Defizit zu eliminieren, das viele Museen seit Ausbruch der Pandemie verzeichnen.
Kulturpolitik
WOLFRAM WEIMER ist neuer KULTURSTAATSMINISTER im schwarz-roten Bundeskabinett. Der Parteilose wird die Grünen-Politikern Claudia Roth ablösen. Er war Chefredakteur der „Welt“ und der „Berliner Morgenpost“, des „Focus“ und des von ihm gegründeten Magazins „Cicero“. Im Jahr 2012 gründete er gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Publizistin und Verlegerin Christiane Goetz-Weimer, die „Weimer Media Group“, in der Titel wie „Business Punk“, „Pardon“, „The European“ und „WirtschaftsKurier“ verlegt werden. Für viele kommt die Nominierung des konservativen Verlegers überraschend und in der Kulturszene regt sich vielerorts Widerstand.
Der Berliner Kulturminister JOE CHIALO ist von seinem Amt zurückgetreten. Als Grund nennt er die weiteren geplanten Haushaltskürzungen in seinem Ressort. Er habe im vergangenen Jahr die Beschlüsse zu Haushaltskürzungen „schweren Herzens” mitgetragen – „im Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für die Stadt.” Doch nun zog er die Reißleine: „Die nun geplanten weiteren Kürzungen greifen jedoch zu tief in bestehende Planungen und Zielsetzungen ein“: Außerdem hätte sich die öffentliche Kritik zunehmend auf seine Person konzentriert, was die öffentliche Debatte erschwert habe. Seine Nachfolgerin wird SARAH WEDL-WILSON. Sie war zuvor Staatssekretärin für Kultur in der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie lehnte wenige Tage nach ihrem Amtsanzritt weitere Kürzungen ab.
Die Staatsanwaltschaft in Manhattan beschlagnahmte Egon Schieles Zeichnung Russischer Kriegsgefangener (1916), und ein New Yorker Gericht urteilte, dass das ART INSTITUTE OF CHICAGO diese Zeichnung an die Nachfahren des Sammlers Fritz Grünbaum restituieren müsse. Das Museum hält sich die Option für eine Berufung offen und zweifelt die Zuständigkeit des New Yorker Gerichts an: die Zeichnung habe sich seit fast 60 Jahren nicht mehr in New York befunden.
Biennalen
KOYO KOUOH, die Kuratorin der 61. VENEDIG BIENNALE und Direktorin des Zeitz Museum of Contemporary Art Africa ist im Alter von 57 Jahren überraschend verstorben. „Ihr Tod hinterlässt eine große Lücke in der Welt der zeitgenössischen Kunst […]“, so die Biennale in ihrem Nachruf. 2026 sollte ihre Hauptausstellung zur Biennale eröffnen.
KATHLEEN REINHARDT, Direktorin des Georg Kolbe Museums in Berlin, wird den DEUTSCHEN PAVILLON auf der 61. BIENNALE DI VENEZIA kuratieren. Reinhardt wurde einstimmig ausgewählt. Begründet wird die Entscheidung u. a. mit „ihrer Fähigkeit, die drängenden Fragen unserer Zeit vielschichtig und aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten“. Reinhardt ist seit Dezember 2022 Direktorin des Georg Kolbe Museums. Von 2016 bis 2022 war sie Kuratorin und Konservatorin für Gegenwartskunst am Albertinum Dresden und zuvor leitete sie die Studios der Berliner Künstler*innen Candice Breitz und Petrit Halilaj. Das künstlerische Projekt für den Beitrag 2026 wird Ende Mai 2025 bekannt gegeben. Die 61. Biennale di Venezia wird vom 09. Mai bis 22. November 2026 statt finden.
Vom 24. Mai bis 28. September 2025 widmet sich die TRIENNALE KLEINPLASTIK unter dem Titel Habitate. Über_Lebensräume der Frage, wie wir angesichts globaler Herausforderungen in Zukunft zusammenleben können. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die fragile Beziehung von Mensch und Natur.
Die MANIFESTA 16 RUHR wurde für den 21.06. bis 04.10.2026 angekündigt und der erste Creative Mediator Josep Bohigas vorgestellt. Der Fokus der 16. Manifesta wird darauf liegen, die Nachkriegsarchitektur der Kirchenbauten im Ruhrgebiet, von denen derzeit und in den nächsten Jahren über 50% leer stehen werden, in spaces of worship zu transformieren, sie zu Orten der Begegnung und des künstlerischen Austauschs zu machen.
Die 13. BERLIN BIENNALE findet vom 14.06. bis 14.09.2025 im KW Institute, den Sophiensaelen, dem Hamburger Bahnhof und einem ehemaligem Gerichtsgebäude in der Lehrter Straße statt. Die diesjähirge Ausgabe wird von Zasha Colah sowie Assistenzkuratorin Valentina Viviani gestaltet und nimmt sich die starke Präsenz von Füchsen im Berliner Stadtbild als einen der Ausgangspunkte dafür, die 13. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst als Erforschung von Flüchtigkeit zu denken.
Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren des Hamburger Bahnhofs, werden die 14. TAIPEH-BIENNALE unter dem Titel Whispers on the Horizon kuratieren. Die Biennale wird vom 01.11.2025 bis 29.03.2026 stattfinden.
Messen
Abaseh Mirvali wird die neue künstlerische Leiterin der VIENNACONTEM-PORARY. Sie folgt auf Francesca Gavin, die die Stelle Ende 2023 angetreten hatte. Mirvali wirkt bei der nächsten Ausgabe der viennacontemporary (11.–14.09.2025) bereits als künstlerische Beraterin mit und nimmt gleichzeitig ihre Tätigkeit als künstlerische Leitung für 2026 auf. Zuvor war sie Executive Director, Chief Curator und CEO am Museum of Contemporary Art Santa Barbara, Executive Director der Biennial of the Americas sowie Executive Director der Fundación / Colección Jumex Arte Contemporáneo in Mexiko-Stadt.
Die ART BASEL fi ndet vom 19. bis 22.06.2025 mit 289 Galerien aus 42 Ländern statt. Neben den Präsentationen in den Bereichen Galerien, Premiere, Feature, Statements und Edition setzt die Schau mit 68 monumentalen Werken und Performances in Unlimited, kuratiert von Giovanni Carmine, Direktor der Kunst Halle Sankt Gallen, einen besonderen Schwerpunkt. Außerdem wird Katharina Grosse, den Messeplatz und die umliegenden Gebäude mit ihrer monumentalen Malerei in eine farbenfrohe Umgebung verwandelt. Kuratiert wird dieses Projekt von Natalia Grabowska, Curator at Large, Architecture and Site-Specifi c Projects bei Serpentine, London.
Die LISTE ART FAIR BASEL (16.–22.06. 2025) feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum. Rund 100 Galerien aus 32 Ländern zeigen hier zeitgenössische Kunst. Die Jubiläumsausgabe vereint eine Mischung aus aufstrebenden und etablierten Galerien. Mehr als 40 von ihnen geben in diesem Jahr ihr Debüt auf der Messe, rund 50 Galerien sind erneut vertreten.
Die AFRICA BASEL ist eine internationale Kunstmesse für zeitgenössische Kunst, die sich auf Werke und Künstler*innen aus Afrika und seiner Diaspora spezialisiert. Sie fi ndet vom 17. bis 22.06.2025 parallel zur Art Basel statt. Initiiert haben diese Messe Sven Eisenhut-Hug, der bereits die photo basel gegründet hat, und Künstler und Kulturunternehmer Benjamin Füglister. Das Kuratorium zur Auswahl der Galerien besteht aus Azu Nwagbogu, Michèle Sandoz, Serge Tiroche, und Greer Valley.
Die Messe VOLTA BASEL feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. In diesem Jahr fi ndet sie vom 19.–22.06.2025 an einem neuen Veranstaltungsort statt, nämlich im Basler Congress Center am Messeplatz. Etabliert hat sich diese Veranstaltung als Messe für neue und aufstrebende Kunst. Eingeladen sind ca. 65 Galerien.
Die AFFORDABLE ART FAIR WIEN (22.–25.05.2025) fi ndet in diesem Frühjahr erstmals statt. Es nehmen ca. 50 Galerien teil. Das Programm umfasst Kunst zu erschwinglichen Preise im Segment von 100 bis max. 10.000 Euro. DIE AFFOR-DABLE ART FAIR BERLIN fi ndet einen Monat (13.–15.06.2025) später in der Hauptstadt statt.
Hochschulen
HOLGER ZEBU KLUTH ist seit dem 01. April 2025 neuer Rektor der FOLKWANG UNIVERSITÄT DER KÜNSTE. Der Dramaturg, Hochschul- und Kulturmanager folgt auf Andreas Jacob, der sich nach acht Jahren als Folkwang Rektor nicht erneut zur Wahl gestellt hatte.
Nach 15 Jahren Planung soll der FRANK-FURTER KULTURCAMPUS auf dem alten Areal der Goethe-Uni nun Realität werden. Zentraler Ort auf dem 16ha großen ehemaligen Universitätsgelände im Stadtteil Bockenheim wird die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sein. Auch das FrankfurtLAB, ein Zusammenschluss verschiedener künstlerischer Initiativen, soll auf dem Campus angesiedelt werden. Geplant ist außerdem ein Studierendenwohnheim. Ein Architekturwettbewerb soll noch in diesem Jahr ausgelobt werden.
Die Theologische Fakultät der Universität Leipzig verleiht dem MALER MICHAEL TRIEGEL die EHRENDOKTOR WÜRDE. Triegel gilt als Vertreter der „Leipziger Schule“, zu der u.a. Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer oder Werner Tübke gerechnet werden. Die jüngere Generation mit Neo Rauch und Michael Triegel wird auch als „Neue Leipziger Schule“ bezeichnet.
Personalien
KATHRIN BENTELE, wechselt vom Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen an die KUNSTHALLE FRIART FRI-BOURG in der Schweiz, wo sie als künstlerische Leiterin tätig wird. Sie leitete den Kunstverein in Düsseldorf seit 2021. Zuvor arbeitete sie unter anderem an den KW Institute for Contemporary Art in Berlin, bei Artists Space in New York, im Kunsthaus Glarus und dem Kunstbuchverlag JRP Ringier in Zürich. Bentele wird die Stelle im Oktober 2025 antreten und die Kunsthalle dann gemeinsam mit Estelle Negro führen, die seit 2021 als administrative Leiterin tätig ist.
BERNHARD MAAZ muss seinen Posten als Generaldirektor der BAYERISCHEN STAATSGEMÄLDESAMMLUNGEN aufgeben. Dies entschied Bayerns Kunstminister Markus Blume im Rahmen eines „Maßnahmenpakets“ für die Kunstsammlungen des Landes. Es sei ein Vertrauensschaden entstanden. Es habe „Hinweise und Vorwürfe zu Fehlverhalten und Organisationsversagen“ gegeben, heißt es. Wie Deutschlandfunk berichtet, dokumentieren interne Unterlagen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen „mindestens 19 Vorwürfe“, die nun weiter geprüft werden.
CHRISTOPHE CHERIX ist ab September 2025 neuer Direktor des MOMA – MUSE-UM OF MODERN ART in New York. Der 55jährige studierte Kunstgeschichte an der Universität Genf. Am New Yorker MoMA ist er bereits seit 2007 als Chefkurator für Zeichnungen und Drucke der Robert-Lehmann-Stiftung tätig. Cherix wird der Nachfolger von Glen Lowry sein, der das Museum of Modern Art 30 Jahre lang geleitet hatte.
ELKE ANNA WERNER übernimmt die Leitung der KUNSTMUSEEN ERFURT. Sie ist seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Museum, Forschung und Vermittlung tätig. Die Kunstmuseen Erfurt umfassen die Standorte Angermuseum, Kunsthalle, Galerie Waidspeicher und Schloss Molsdorf.
JANETT DÖRR ist neue Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine AdKV und leitet die Geschäftsstelle in Berlin. Zuletzt war Dörr als Verwaltungsleiterin der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst e. V. in Berlin tätig. Grundlegende Kenntnisse in der Vereinsarbeit erwarb sie bereits als Geschäftsführerin für den Kunstverein D21 und den Literaturverein EDIT e. V. in Leipzig.
WILLIAM KENTRIDGE feierte am 28. April 2025 seinen 70. Geburtstag. International bekannt wurde er in den 1990er-Jahren mit animierten Kurzfilmen, die auf Kohlezeichnungen basieren und politische mit persönlichen Geschichten verflechten. Das Museum Folkwang und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden widmen dem Künstler anlässlich seines Geburtstags ein umfangreiches Gemeinschaftsprojekt unter dem Titel Listen to the Echo. Die Schauen eröffnen Anfang September 2025 in Essen und Dresden.
LISA LONG verlässt die Julia Stoschek Foundation. Sie war dort seit 2018 künstlerische Leiterin und Kuratorin für ein Programm mit Ausstellungen, Performances und Publikationen in Düsseldorf und Berlin mit dem Schwerpunkt Videokunst. Ab Mai 2025 betreibt sie eine eigene kuratorische Agentur „Companion Culture“.
WOLFGANG ULLRICH, Kunstwissenschaftler, und ANDREAS ROST, Fotograf, sind neue Sprecher der Sächsischen Akademie der Künste. Rost wurde 2024 zum Ordentlichen Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste gewählt. In der Wendezeit 1989 / 90 engagierte er sich in der Bürgerrechtsbewegung der DDR. Seit den 1990er Jahren arbeitet er als freischaffender Fotograf und Kurator, inzwischen auch als Dozent. Wolfgang Ullrich war seit 2006 Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, seit 2014 Prorektor für Forschung. 2015 legte er seine Professur nieder.
ANNA SCHULTZ ist die neue Leiterin der KUNSTSAMMLUNG DER AKADEMIE DER KÜNSTE IN BERLIN. Zuvor arbeitete sie am British Museum sowie dem Berliner Kupferstichkabinett und gilt als ausgewiesene Expertin für Kunst auf Papier, speziell Druckgrafi k und Zeichenkunst des 18. und 19. Jahrhunderts. Seit 2013 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunstsammlung tätig.
Ab Mai 2025 übernimmt MARIE OUCHERIF die Leitung der Galerie im KÜNSTLER:INNENHAUS BREMEN. Als Nachfolgerin von Nadja Quante wird Oucherif ab Herbst 2025 das Programm der Galerie gestalten.
DARA BIRNBAUM starb im Alter von 78 Jahren. Ab Ende der 1970er Jahre beschäftigte sie sich mit dem Thema Fernsehen und mit den Manipulationsmöglichkeiten in diesem Medium, setzte sich aber zugleich auch für eine Gleichsetzung der Videokunst mit den klassischen Kunstsparten ein. Zu ihren bekanntesten Arbeiten gehört Technology / Transformation: Wonder Woman (1978–1979).
Galerien & Kunstmarkt
Die New Yorker PACE GALLERY und die Berliner GALERIE JUDIN haben im Rahmen des Gallery Weekend Berlin ihre neuen Räume in der ehemaligen Tankstelle an der Bülowstraße eröffnet. Beide Galerien wollen dort abwechselnd ihr Programm präsentieren. Bis 16. Juni zeigt die Pace Gallery dort die Ausstellung Reverse Alchemy. Dubuffet, Basquiat, Nava.
DIRK GEUER, Düsseldorfer Galerist und Verleger, „sucht neue Herausforderungen“ und macht aus seiner Galerie in der Heinrich-Heine-Allee eine Art Foundation. Seine Galerieräume will er künftig für Ausstellungen mit Kunstschaffenden nutzen.
Die Teilnahme österreichischer Galerien an ausländischen Kunstmessen wird weiterhin gefördert. Der VERBAND ÖSTER-REICHISCHER GALERIEN erreichte eine entsprechende Zusage seitens des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport. 2024 konnte mit diesem Förderprogramm fast 80 Messeteilnahmen von 50 Galerien unterstützt werden.
Die Galeristin HELGA MÜLLER starb nach längerer Krankheit. Ihr Ehemann Hans-Jürgen Müller hatte die Galerie 1958 gegründet. Gemeinsam gründeten sie den Kulturpark Mariposa auf Teneriffa. Nach Hans-Jürgen Müllers Tod 2009 führte Helga Müller Mariposa und den Stuttgarter Galeriebetrieb weiter.
Preise
Die Londoner Tate hat die Künstler*innen NNENA KALU, RENE MATIĆ, MOHAM-MED SAMI und ZADIE XA als Shortlist für den TURNER PRIZE 2025 bekannt gegeben. Eine Ausstellung mit Werken aller Nominierten wird vom 27. September 2025 bis zum 22. Februar 2026 in der Cartwright Hall Art Gallery stattfinden. Der*die Gewinner*in wird am 09. Dezember 2025 im Rahmen einer Preisverleihung in Bradford bekannt gegeben.
ANAS KAHAL erhält den mit 10.000 Euro dotierten KALINOWSKI-PREIS 2025. Die Auszeichnung wird vom Kunstfonds in Bonn ausgeschrieben und seit 2017 von der Nachlass-Stiftung Prof. Horst Egon Kalinowski jährlich vergeben. Anas Kahal greift in seinem Werk aktuelle Themen wie Flucht, Vertreibung und Krieg auf.
Der Verleger und Kunstsammler LOTHAR SCHIRMER wurde für sein bisheriges Schaffen mit dem KULTURELLEN EHRENPREIS DER STADT MÜNCHEN geehrt (10.000 Euro). In der Jurybegründung heißt es, der Kunstbuchverleger Schirmer sei „ein kultureller Visionär”, der schon sehr früh die Fotografie als eine eigenständige Kunstform begriffen hat.
Das Domkapitel setzt sich seit einigen Jahren mit der Frage nach dem angemessenen Umgang mit offenkundig judenfeindlichen Artefakten im KÖLNER DOM auseinander und hatte im August 2023 einen Wettbewerb für ein künstlerisches Werk, das sich damit thematisch auseinandersetzt ausgelobt. Diesen hat nun die Künstlerin ANDREA BÜTTNER einstimmig gewonnen. Sie hat einen Entwurf für ein Wandgemälde an der Stirnwand der Marienkapelle eingereicht, das über dem Altar der Stadtpatrone von Stefan Lochner (1442) realisiert werden soll.
MIRJAM WENZEL, Direktorin des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main, erhält den HESSISCHEN KULTURPREIS (45.000 Euro), der sie „für ihre außergewöhnlichen Verdienste um Kultur und Gesellschaft“ auszeichnet. Wenzel setze sich nicht nur dafür ein, jüdisches Leben und Geschichte in Deutschland sichtbar zu machen, sie trage durch ihre innovativen Ansätze auch maßgeblich zur digitalen Transformation von Museen bei.
LAP-SEE LAM hat den alle zwei Jahre ausgelobten LISE WILHELMSEN ART AWARD 2025 erhalten, der ein Preisgeld von 100.000 US-Dollar, eine Ausstellung im Heni Onstad Kunstsenter inklusive einer Publikation sowie einen Ankauf seitens des Museums umfasst. Damit wird das Werk von Künstler*innen gewürdigt, das sich mit wichtigen Themen der Gegenwart auseinandersetzt und zeitgenössische Diskurse aufnimmt.
SARAH SZE empfängt den erstmals vergebenen MERAKI ARTIST AWARD (100.000 US-Dollar). Die Jury zeigte sich beeindruckt davon, wie Sze in ihren großformatigen Installationen die Gattungsgrenzen zwischen Malerei, Video, Skulptur und Installation in Frage stellt. Mit dem Preis sollen die Leistungen weiblicher Kunstschaffender gewürdigt werden.
NAZANIN NOORI, RYAN CULLEN und PRATEEK VIJAN wurden für den ARS VIVA-PREIS 2026 ausgewählt. Das Preisvolumen beträgt insgesamt 120.000 Euro und umfasst zwei Ausstellungen – 2026 im Marta Herford und im Kunstverein Braunschweig –, einen Residenzaufenthalt bei Fogo Island Arts (Kanada), ein Preisgeld sowie die Publikation eines zweisprachigen Katalogs.
Die GUERRILLA GIRLS wurden mit dem MO-KUNSTPREIS des Museum Ostwall in Dortmund bedacht. Dieser wird mit dem Ziel, die Sammlung des Museums zu aktualisieren und Künstler*innen zu fördern, die in ihren Werken die Bewegung von Dada, Pataphysik, Fluxus und Konzeptkunst aufgreifen, von den Freunden des Museums vergeben.
ARNULF RAINER wird mit dem GRO-SSEN GOLDENEN EHRENZEICHEN der Republik Österreich ausgezeichnet. Bundespräsident Alexander van der Bellen hatte dem Künstler diese Ehrung bereits 2024 zugesagt. Nun empfing er die Auszeichnung.
ANDREA PICHL erhält den Heilbronner ERNST FRANZ VOGELMANN-PREIS FÜR SKULPTUR 2026 (dotiert mit 30.000 Euro). Damit geht die Auszeichnung erstmals an eine Künstlerin, die in der DDR aufgewachsen ist. Mit dem Preis ist eine Ausstellung verbunden, die von Ende April bis Anfang September 2026 in der Kunsthalle Vogelmann Heilbronn stattfinden wird.
ENVER HIRSCH wird mit dem Georg Koppmann Preis für Hamburger Stadtfotografie ausgezeichnet. Damit wird der Fotograf, Journalist und Künstler für sein Projekt Expansion gewürdigt.
ANTONIA DE LA LUZ KAŠIK ist die Gewinnerin des diesjährigen BIRGIT-JÜRGENSSEN-PREISES der Wiener Akademie der bildenden Künste (5.000 Euro). Die Jury bewertet ihre Arbeit mit den Worten: „Ihre künstlerischen Arbeiten spannen einen außergewöhnlichen Bogen zwischen analogen filmischen Werken, skulpturalen Apparaturen und Zeichnungen.“
URSULA SCHULZ-DORNBURG und FARAH AL QASIMI werden mit dem BERND-UND-HILLA-BECHER-PREIS 2025 ausgezeichnet. Der Hauptpreis ist mit 15.000 Euro dotiert und geht an Ursula Schulz-Dornburg, Farah Al Qasimi wird mit dem Förderpreis ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Anlässlich zeigt die Kunsthalle Düsseldorf ab dem 07. Juni 2025 eine Ausstellung mit Arbeiten der beiden Künstlerinnen. Die Preisverleihung findet bereits am 04. Juni statt.
LISA KRÄNZLER, Absolventin der Kunstakademie Karlsruhe, ist die Fontane-Literaturpreisträgerin 2025. Die Autorin und Künstlerin erhält die Auszeichnung für ihr Kunstmärchen Mariens Käfer. Die mit 40.000 Euro dotierte Auszeichnung ist als 24-monatiges Stipendium angelegt und wird seit 2019 alle zwei Jahre vergeben.
ANNA MONIKA JOST, BRUNO MON-GUZZI sowie BARIA SUTER, wurden für den SCHWEIZER GRAND PRIX DESIGN ausgewählt (je 40.000 Franken). Der Preis wird zusammen mit den Schweizer Designpreisen im Rahmen der Ausstellung Swiss Design Awards am 16. Juni 2025 in Basel verliehen.
Ausschreibungen
Der KUNSTPREIS DER ATELIER KATE 2025 wird als Nachwuchspreis vom Künstlerhaus Atelierkate Lesum zum Thema „Update“ ausgelobt. Die Altersgrenze für die Bewerbung ist 35 Jahre und es werden nur Bewerbungen (abgeschlossene Ausbildung erforderlich) aus den Bundesländern Bremen, Niedersachsen und Hamburg angenommen. Deadline ist der 31. Mai 2025.
www.atelierkate.de
Der KUKAV TUTTLINGEN E.V. führt vom 02. bis zum 11. Oktober 2025 die Ausstellung animation-installation durch. Wer teilnehmen möchte, kann sich bis zum 31. Mai bewerben.
www.kukav.de
Der MAREHALM NACHWUCHSFÖR-DERPREIS des Niebüller Richard Haizmann Museums ist zum Thema „Achsen“ ausgeschrieben. Für die Bewerbung darf eine künstlerische Ausbildung nicht mehr als fünf Jahre her sein. Deadline ist der 05. Juni 2025.
www.marehalm-art-award.com
Der JAMES DYSON AWARD steht aktuellen und ehemaligen Studierenden der Fachrichtung Design offen. Einreichungen sind bis zum 16. Juli 2025 möglich. Ein internationaler erster Platz und ein Nachhaltigkeitspreis sind mit je 36.000 Euro dotiert; ein internationaler zweiter Platz und ein nationaler erster Platz mit je 6.000 Euro. Nachzuweisen ist die technische Realisierbarkeit des eingereichten Design-Projekts; es sollte auch wirtschaftlich rentabel sein.
www.jamesdysonaward.org
Der Verein Kunst.Ort.Rumpenheim e. V. vergibt im Rahmen der RUMPENHEIMER KUNSTTAGE, die vom 19.–21. September 2025 stattfinden zehn Ausstellungsplätze im Schlosspark. Die Ausstellenden werden mit dem Anerkennungspreis RUM-PENHEIMER.KUNST.PARK 2025 (je mit 150 Euro dotiert) sowie einem Förderpreis von über 250 Euro unterstützt. Die Bewerbungsfrist ist der 31. Mai 2025.
www.kunst-ort-rumpenheim.de
„Selbstportrait – das inszenierte Ich“ lautet das Wettbewerbsthema des KUNST-PREIS MAINZER EISENTURM für den man sich bis 04. Juli 2025 bewerben kann. Zugelassen sind Zeichnung und Fotografie. Es gibt keine Altersbeschränkung und oder geografische Eingrenzung für die Einreichungen. Eine Ausstellung mit ausgewählten Werken findet im Forum der Volksbank Darmstadt Mainz statt.
www.kunstverein-eisenturm-mainz.de
Kunstschaffende sind eingeladen, verschiedene Orte der STADT FÜRTH mit ihren Lichtinstallationen zu inszenieren und diese auf künstlerische Weise zu bespielen. Wer teilnehmen möchte, kann sich bis zum 23. Juni 2025 bewerben.Die GLANZLICHTER finden dann vom 07. bis 08. November 2025 jeweils von 17 bis 22 Uhr statt. Bewerbungen per E-Mail an:
veranstaltungen@fuerth.de
Die TREUHANDSTIFTUNG UWE LÜDERS schreibt ein dreimonatiges ARBEITS- UND ATELIERSTIPENDIUM für bildende Künstlerinnen und Künstler aus. Für drei Monate wird ein monatlicher Zuschuss von 1.500 Euro überwiesen. Darüber hinaus wird ein einmaliger Materialkostenzuschuss in Höhe von 1.000 Euro gezahlt. Zugleich steht ein kostenfreier Aufenthalt in einer Atelierwohnung in Lüneburg zur Verfügung. Bewerbungsschluss ist der 31. Juli 2025.
www.ul-kunststipendium.de
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