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Ausstellungen: Berlin · von Peter Funken · S. 204 - 206
Ausstellungen: Berlin ,

Berlin
Raoul Hausmann

Vision. Provokation. Dada.
Berlinische Galerie | Museum für Moderne Kunst 8.11.2025–16.3.2026

von Peter Funken

Raoul Hausmann (1886–1971) ein künstlerischer Gigant im 20. Jahrhundert: Ihm widmet die Berlinische Galerie aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens eine umfassende Retrospektive, die mit über 200 Exponaten seine herausragende Position und Bedeutung würdigt. Die Berlinische betreut den Hausmann-Nachlass bis 1933, dem Jahr, als er aus Nazideutschland fliehen musste. Dieses Material plus weiterer Werke aus dem immensen Dada-Berlin-Archiv des Hauses bilden den Grundstock einer außergewöhnlichen Ausstellung, ergänzt durch hier noch nie gesehene Leihgaben aus dem „Fonds Raoul Hausmann“. Dieser befindet sich im Musée d’art contemporain de la Haute-Vienne – unweit von Limoges.

In Limoges waren Hausmann, Ehefrau Hedwig Mankiewitz und seine Lebensgefährtin Vera Broïdo, beide Jüdinnen, 1944 untergekommen. Sie lebten dort bis zu Hausmanns Tod zusammen, lange Zeit in ärmlichen Verhältnissen. Begonnen hatte Hausmann in Berlin als Expressionist im Umfeld von Herwarth Waldens „Die Aktion“. Bald nach Ende des 1. WK wurde er zur zentralen Figur von Dada-Berlin. Franz Jung beschreibt ihn 1961 in seiner Autobiografie Der Weg nach unten, als „der begabteste dieser intellektuellen Provokateure, ein ausgezeichneter Maler und ein sehr beweglicher Philosoph, der sich mit Astronomie und Mathematik ebenso ernsthaft beschäftigte wie mit dem Versuch, eine neue Herrenmode zu kreieren.“ Der selbsternannte „Präsident der Sonne, des Mondes und der kleinen Erde (Innenfläche) DADASOPH, DADA ROAUL“ war zudem „Direktor des Circus Dada“: Er druckte neuartige Laut- und Plakatgedichte, trug sie vor, tanzte, schuf Assemblagen und Objekte und erfand mit seiner Gefährtin Hannah Höch die Fotomontage. Solch neue…

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