Berlin
Saâdane Afif
Five Preludes
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
12.12.2025–13.9.2026
von Laura Helena Wurth
Was unauffällig beginnt, entwickelt schon bald eine Sogwirkung: Saâdane Afifs erste institutionelle Einzelausstellung im „Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart“ in Berlin beginnt mit Büchern, die in Vitrinen weggeschlossen sind. Zusätzlich sieht man feinen Text, der auf Augenhöhe auf die Wände gedruckt ist; fast zu klein, um ihn zu lesen, ist er dennoch in der gesamten Ausstellung zu finden. Diese kleinen und kurzen Texte halten die Ausstellung, die aus fünf einzelnen Werken besteht, zusammen. Sie geben ihr eine gemeinsame Form und sind etwas, das das Schaffen von Afif gut auf den Punkt bringt. Denn Afif arbeitet gemeinsam und bricht die Idee davon auf, dass ein einzelner Künstler ganz allein verantwortlich ist für das, was er da schafft, und dass dieses Schaffen dann statisch und unveränderbar ist. Diese Texte die „Lyrics“, gibt Afif bereits dann in Auftrag, wenn er gerade erst dabei ist das Werk zu entwickeln. So erzählt er den befreundeten Künstler*innen, Kurator*innen und Musiker*innen lediglich, was er da vorhat, worauf sie dann die Texte verfassen. Sie werden nicht nur auf der Wand des Ausstellungsraumes angebracht, sondern auch in anschließenden Konzerten oder Aufführungen genutzt, die über den Zeitraum der Ausstellung in Berlin stattfinden werden. Sie bekommen ein Eigenleben in vielen verschiedenen Formen.
Das zentrale Werk der Ausstellung ist sicherlich The Fountain Archives. Afifs geradezu ausuferndes und rahmensprengendes Werk zu Marcel Duchamps The Fountain. Seit 2008 hat er insgesamt 1.001 Bücher gekauft, in denen The Fountain abgebildet oder kommentiert wird, hat…