Wien
Sandra Mujinga
Skin to Skin
Belvedere 21 28.1.–31.5.2026
von Petra Noll-Hammerstiel
Riesige gesichtslose, verhüllte Gestalten mit überlangen Gliedmaßen und herabhängenden Mantelzipfeln bevölkern den verglasten Erdgeschossraum im Belvedere 21. Geschaffen wurde diese Rauminstallation aus Skulpturen, Sound und Spiegeln von Sandra Mujinga. Die multimedial arbeitende, international erfolgreiche Künstlerin, DJ und Musikerin wurde 1989 in Goma in der Demokratischen Republik Kongo geboren, wuchs in Norwegen auf und lebt in Oslo. Neu konzipiert mit dem Stedelijk Museum in Amsterdam, wurde die Installation bis vor Kurzem – in grünes Licht gehüllt – dort präsentiert. Skin to Skin ist die erste Museumspräsentation der Künstlerin in Österreich; durch ein Semester an der Akademie der bildenden Künste Wien (Textual Sculpture) und Ausstellungen in der Galerie Croy Nielsen hat sie aber schon lange Wien-Bezug.
Was man zunächst mit einem Blick erfasst zu haben glaubt, entpuppt sich beim Durchgehen als immersives Universum mit überraschenden Blickwinkeln. Hier kann man sich emotional verlieren oder inhaltlich vertiefen. Eine Gruppe von 55 identen Gestalten hat sich versammelt, aufgehängt auf je einem Gerüst und verborgen unter grünlichem Kvadrat-Arda-Stoff, einem gestrickten Polsterstoff, der organische Formen, Strukturen, Oberflächen und Farben aus der Natur nachbildet.
Der Ausstellungstitel Skin to Skin weist auf intime Nähe und Schutz hin, aber auch auf Verletzlichkeit und auf Zuschreibungen von Herkunft, Rasse oder Zugehörigkeit. In ihrer Auseinandersetzung mit Identität, Körper und Haut sowie mit Fragen der Repräsentation und (Un-)sichtbarkeit arbeitet Mujinga seit langem mit Textilien. Kleidung als unsere zweite Haut bedeckt, verbirgt und schützt den Körper, kann in Form von starker Verhüllung auch Gefühle der Unsicherheit bei…
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