Band 309

Das inszenierte Selbst

Autofiktion in der Gegenwartskunst

Das inszenierte Selbst beschreibt eine künstlerische Praxis, in der Subjektivität zum Material wird und Identitätskonstruktionen entstehen, die fiktional in größere gesellschafts-politische Kontexte verwoben werden. Die Gastherausgeberinnen ...

Das inszenierte Selbst beschreibt eine künstlerische Praxis, in der Subjektivität zum Material wird und Identitätskonstruktionen entstehen, die fiktional in größere gesellschafts-politische Kontexte verwoben werden. Die Gastherausgeberinnen Rosa Windt und Anna Kipke untersuchen im aktuellen FOKUS diese Formen autofiktionaler Kunst in Essays und Interviews. So können Künstler*innen z. B. den eigenen Körper in feministischer Selbstermächtigung zum Akteur erklären und ihn produktiv und widerständig inszenieren, oder biografischen Spuren folgen und Leerstellen historischer Lebenswege offenlegen. Ebenso können sich biografische Erinnerungen mit ortsspezifischen Recherchen zu einer Erzählung vereinen und kollektive Erfahrungsräume entstehen, es kann aber auch eine malerische Form der Selbstdarstellung auftreten, die offenlässt, inwieweit etwas preisgegeben oder fiktionalisiert wird. Im FORUM des Bandes streifen wir u. a. durch die diesjährige Kulturhauptstadt Oulu in Finnland, sprechen mit Brigitte Franzen, neue Direktorin des Bauhaus Archivs sowie mit Marion Ackermann, Generaldirektorin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin; wir erfahren in der Serie Digital Bodies, wie ekstatische Körper den Kunstkontext erobern, erforschen das Werk von George Condo, der den „Realismus des Künstlichen“ prägte und entdecken die fragmentierten Körper von Katrin Ströbel; wir besuchen den österreichischen Maler Tobias Pils in seinem Wiener Atelier, blättern neue Lektüren durch und werfen einen Blick auf die aktuelle Ausstellungslandschaft.

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Alle Beiträge aus dieser Ausgabe

Titelbeiträge

Anne Imhof, Sex, 2023, Performance, Rauminstallation, Courtesy: Galerie Meyer Kainer, Wien / Galerie Buchholz, Berlin, Foto: © Anne Imhof

Das inszenierte Selbst

Autofiktion in der Gegenwartskunst

Carolee Schneemann, Interior Scroll, 1975, Performance, © Carolee Schneemann Foundation / Courtesy: Lisson Gallery und P•P•O•W, New York; Estate of Carolee Schneemann / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: © Peter Moore

Autofiktion in Körper und Gesamtkunstwerk

Entwicklungen einer performativen Selbstüberschreibung

IRWIN, Corpse of Art, 2003–2004, Öl, Leinwand, Holz, Vase mit frischen Lilien, unterschiedliche Dimensionen, geschenkt durch Künstler*innen 2025, Ways of Seeing, Ausstellungsansicht, Muzeum Sztuki in Łódź, Courtesy: Muzeum Sztuki w Łodzi, Foto: Anna Zagrodzka

Bury or Recover the Self?

Über Cathie Pilkington im Freud Museum London und Ways of Seeing im Muzeum Sztuki, Łódź

Agata Słowak, Dzieci Niczyje / No Man’s Children, 2024, Öl auf Leinwand, 130 × 100 cm, Foto: Hannah Mjølsnes

Would you like to eat my heart?

Malerei und Autofiktion im Werk von Agata Słowak.

Ruine München Companions, Conversation Piece, 2023, Foto: Constanza Meléndez

Fragmentarisches Geschichtenerzählen als kuratorisch-künstlerische Praxis im öffentlichen Raum

von Lisa Alice Klosterkötter

Kontaktabzug, Meret Oppenheim fotografiert von Lynne Tillman, Lynne Tillman Papers, NYU Fales Library and Special Collections, Box 9, Ordner 13: Meret Oppenheim

Zwischen den Zeilen

Meret Oppenheim und Lynne Tillman

Kaare Ruud, Weather Forever, 2025, Ausstellungsansichten, Hordaland Kunstsenter, Bergen, Foto: Hordaland Kunstsenter

Wash time free of pastness

Autofiktion in den Arbeiten von Kaare Ruud

Michaela Spiegel, V24_2 / 1, Polaroid, 107 × 88 mm, 2001, Courtesy: die Künstlerin

Bildstrecke

Matthew Barney, CREMASTER 5, 1997, Produktionsaufnahme, © Matthew Barney, Courtesy: der Künstler und Gladstone, New York, Brüssel und Seoul, Foto: Michael James O’Brien.

Matthew Barney

Zwischen narrativer Form und Objektform

Carina Brandes, Ohne Titel (CB088), 2011, Handabzug auf Barytpapier, 22,5 × 29,9 cm, Courtesy: BQ, Berlin

Carina Brandes

Das Weg-nehmen, was schön ist

Zuza Golińska, Mud, Muck, Marsh, 2025, Performerin: Anna Steller, Museum für Moderne Kunst, Warschau, 23.2.2025, Foto: Pat Mic

Zuza Golińska

Schreiben als Selbst-Positionierung in der Bildhauerei

Rinus van de Velde, And when the cigarette smoke slowly but surely drifts away, …, 2024, Kohle auf Leinwand, 180 × 240 cm, Courtesy: Tim Van Laere Gallery, Antwerpen – Rom

Rinus van de Velde

Autofiktion im Medium der Zeichnung

Fragen zur Zeit

Rosenzart leuchtet das Firmament: Canalettos Gemälde Venedig, der Bucintoro am Himmelfahrtstag an der Mole wurde von Christie’s New York für USD 30.535.000,— versteigert, © CHRISTIE’S IMAGES LTD. 2026

Fragen zur Zeit

Canalettos Himmel, und warum Jackson Pollock noch aktuell ist

Ausstellungen

Anna Jermolaewa, Please Continue (after Stanley Milgram), 2026, Neonbuchstaben, 99 × 200 cm, Courtesy: die Künstlerin und Galerie Molitor, Berlin, Foto: Choreo

Anna Jermolaewa. You can count on me

Galerie Molitor

7.2.–18.4.2026

Annika Kahrs, Le Chant des Maisons, 2022, Filmstill, 4K Video- und Toninstallation, 24:30 Min., Auftragsarbeit für die 16. Ausgabe der Biennale de Lyon, © Courtesy: Annika Kahrs und Produzentengalerie Hamburg

Annika Kahrs. Off Score

Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart

14.11.2025–3.5.2026

David Lynch, Billy (and His Friends) Did Find Sally in the Tree, 2018, Mixed Media Gemälde, 167,6 cm × 167,6 cm, © The David Lynch Estate, Courtesy: Pace Gallery

David Lynch. On View

Pace Gallery

29.1.–29.3.2026

Philip Montgomery, The Viewing, Kettering, Ohio, 2017 © Philip Montgomery

Philip Montgomery American Cycles

American Cycles

PHOXXI, Deichtorhallen

28.11.2025–10.5.2026

Ausstellungsansicht High as a Kite. Luftschlösser in Kunst und Wirklichkeit, Kunsthalle Wilhelmshaven, 2026, Nándor Angstenberger, Victoria, 2019, Mixed Media, 2 Paar Nike-Turnschuhe, 197 × 55 × 50 cm (incl. Podest), Courtesy: der Künstler, Foto: Ricardo Nunes

High as a Kite Luftschlösser in Kunst und Wirklichkeit

Luftschlösser in Kunst und Wirklichkeit

Kunsthalle Wilhelmshaven

17.1.–6.4.2026

Lois Weinberger, Wege – Subversive Raumeroberung, 2005, Wandmalerei, Courtesy: Studio Lois Weinberger und Galerie Krinzinger, Wien, Ausstellungsansicht, Kartographien des Wachstums – Katinka Bock im Dialog mit Lois Weinberger, Marta Herford, © Studio Lois Weinberger und Marta Herford, Foto: Hans Schröder

Kartographien des Wachstums Katinka Bock im Dialog mit Lois Weinberger

Katinka Bock im Dialog mit Lois Weinberger

Marta Herford

7.2.–7.6.2026

Rosanna Graf, Alraune (solo), 2020, Objekt, Samt, Foto: Jens Franke

Die andere Seite der Nacht

Dortmunder Kunstverein

15.2.–17.5.2026

Jelena Bulajić, After Sugimoto, 2023, Gemsbok, Acryl, Farbstift, Grafit auf Leinwand, 42,1 × 54,4 cm, Courtesy: Jelena Bulajić und carlier | gebauer, Foto: T.W. Kuhn

Jelena Bulajić untitled (after)

untitled (after)

Kunsthalle Münster

13.12.2025–29.3.2026

Ausstellungsansicht Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Mick Vincenz

Günther Uecker Die Verletzlichkeit der Welt

Die Verletzlichkeit der Welt

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

8.2.–14.6.2026

Renate Bertlmann, Farphalla Ventilata, 2003 / 2024, Mixed media, Vibrator und Ventilator, Stahlblech, Federn, Kunststoff, 185 × 50 × 50 cm, © Renate Bertlmann, Foto: Mareike Tocha / Galerie Gisela Clement

Renate Bertlmann Im Visier

Im Visier

Galerie Gisela Clement

24.1.–31.3.2026

Britta Marakatt-Labba, Riegádahttin / Giving Birth / Geburt, 1983, Handstickerei und Applikation auf Leinen, Wollgarn, 29,2 × 45,5 cm, mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und KORO – Public Art Norway, Oslo, Foto: Norbert Miguletz

Britta Marakatt-Labba Stitched Tracks

Stitched Tracks

Kunsthalle Mainz

30.1.–26.7.2026

Kaari Upson mit Mother’s Legs, 2018–19, Go Back the Way You Came, Kunsthalle Basel, 2019, Foto: Dominik Asche, © Kaari Upson, Esmé Trust / Kaari Upson Trust

Kaari Upson Dollhouse – Eine Retrospektive

Dollhouse – Eine Retrospektive

Kunsthalle Mannheim

13.2.–31.5.2026

Porträt Anna Barham, Foto: Carmela Thiele

Anna Barham delirious mantra

delirious mantra

Badischer Kunstverein

13.2.–14.6.2026

Ausstellungsansicht, Iman Issa. Lass uns spielen, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 2025, Foto: Lukas Schramm, Lenbachhaus

Iman Issa Lass uns spielen

Lass uns spielen

Lenbachhaus

24.11.2025–12.4.2026

beyond coolness, Installationsansicht der Ausstellung im MaximiliansForum, Foto: Verena Kathrein

beyond coolness Gletscherschmelzen und darüber hinaus

Gletscherschmelzen und darüber hinaus

MaximiliansForum

5.2.–12.4.2026

Ausstellungsansicht, Miracles in Reverse, Kunstverein Nürnberg, 2026, Foto: Lukas Pürmayr

Julia Heyward Miracles in Reverse

Kunstverein – Albrecht Dürer Gesellschaft

31.1.–19.4.2026

Im Kontext der Sammlung: RELAX (chiarenza & hauser & co). What is wealth?, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Liechtenstein, © RELAX (chiarenza & hauser & co) / Kunstmuseum Liechtenstein, Foto: Alicia Olmos Ochoa

RELAX (chiarenza & hauser & co) What is wealth?

What is wealth?

Kunstmuseum Liechtenstein

6.2.–16.8.2026

Ausstellungsansicht Sandra Mujinga. Skin to Skin, Belvedere 21, Foto: Kunst-Dokumentation.com, Manuel Carreon Lopez / Belvedere, Wien, Skulpturen: Kvadrat-Arda-Textilien und Stahl, je ca. 300 × 80 × 50 cm; Spiegelkuben: Spiegelglas und Holz, je 100 × 100 × 100 cm; Spiegeltürme: Spiegelglas und Holz, je 300 × 100 × 100 cm; Sound: ca. 20 Min.

Sandra Mujinga Skin to Skin

Skin to Skin

Belvedere 21

28.1.–31.5.2026

Selbstporträts von Giovanni Giacometti, Joseph Hornung, Ferdinand Hodler, Eugène Martin, Elisabeth de Stoutz, u. a., davor: John M. Armleder, Pièce nocturne, dit-il, 1963–1976, Installation, bestehend aus 12 von J.M.A. getragenen Segelschuhen, 12 Schwarzweißen Fotografien (Selbstporträts des Künstlers) und einer Gaslampe

John M. Armleder Observatoires

Observatoires

Musée d’art et d’histoire

24.1.–25.10.2026

Installationsansicht Cezanne, Fondation Beyeler, Riehen / Basel, 2026, Fotos: Mark Niedermann

Cezanne

Fondation Beyeler

25.1.–25.5.2026

Monografie

Katrin Ströbel, Making love to unknown cities, 2018, Jump suits, dreisprachige Edition, performance (mit Flo*Souad Benaddi in La Kunsthalle Mulhouse), Courtesy: die Künstlerin, © Katrin Ströbel, Foto: Camille Chastaing

How to draw when the world is on fire?

Beobachtungen zum aktuellen Werk von Katrin Ströbel

Gespräche mit Künstler*innen

George Condo im Gespräch, Filmdokumentation für die Ausstellung des Musée d’Art Moderne de Paris, 2025, @mamvp, Paris Musées, © Pierre Antoine

George Condo

Meine Identität ist, wer ich nicht bin

Report

Tiina Vehkaperä, Black snow, Franzén Park, Oulu, 16.–18.1.2026, Projekt zur Kulturhauptstadt Oulu, Foto: Ann-Katrin Günzel

cultural climate change

Kulturhauptstadt 2026: Oulu feiert den kulturellen Klimawandel

Maria Magdalena Campos-Pons, Imole Red, Desert X AlUla 2026, Courtesy: Lance Gerber

Kunst in der Krisenregion Naher Osten

Kunstforum-Gespräche

Brigitte-Franzen, Courtesy: Bauhaus-Archiv, Foto: Ruth-Neubert

Es muss darum gehen, offen zu bleiben

Ein Gespräch mit Brigitte Franzen, der neuen Direktorin des Bauhaus-Archivs in Berlin

Marion Ackermann, Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz seit 2025, Rechte: SPK / photothek.de / Thomas Koehler

Marion Ackermann

Ich liebe die Offenheit des Lebens

Digital Bodies

Malika Fankha, Technicolor-Dreamz, Visual der Performance, 2022, 1-landscape, Foto und © Tina Kult

Teil 8: Der ekstatische Körper

Das neue Bild vom Menschen an
 der Schnittstelle von Kunst, digitaler Technologie und Körper politik

Ansichtssache

Julian Rosefeldt und Piero Steinle, News, 1998, 2-Kanal-Videoinstallation und 12-Kanal-Soundinstallation; Dauer des Ausschnitts: 1 Minute, Endlosschleife, © Julian Rosefeldt und VG Bild-Kunst

POV Gen Z

Julian Rosefeldt und Piero Steinle: News, 1998

Atelierbesuch

Atelier Tobias Pils, 2025, Wien, Foto: Julia Stellmann

Tobias Pils

Atelierbesuch beim österreichischen Maler in Wien

Studioansicht, Foto: Noemi Smolik

Xie Nanxing

Ich liebe Dada

Serie Kollaborationen

Ursula Biemann, Acustic Ocean, 2018, Videostills, © Ursula Biemann

Teil 15: Aus dem Geist der Gemeinschaft

Die Video-Künstlerin und Essayistin Ursula Biemann verleiht Akteuren außerhalb des Kunstfeldes Stimme durch Co-Autor*innenschaft.

Lektüren

Copyright © Christine Furuya-Gössler / Chose Commune courtesy Seiichi Furuya

Christine Furuya-Gössler Photographs 1978–1985

Relektüren

Tipps & Termine

Petrit Halilaj, Charred and Graffitied steel shipping containers housing „Syrigana“ props, Syrigana, 2025, Courtesy: ChertLüdde, Berlin und Petrit Halilaj, Foto: Esad Duraki. (Gallery Weekend 2026, 1.–3.5.2026)

April 2026

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