Augen der Freiheit

5. November 2015 · Aktionen & Projekte
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Zwei schwebende weiße Derwischfiguren tanzen schemenhaft um einen großen schwarzen Würfel, aus dem zwei Frauenaugen durch die „Nikab“, den arabischen Gesichtsschleier, nach draußen blicken. Der Würfel ist eine Anspielung an die Kaaba, das würfelförmige Heiligtum im Innenhof der Heiligen Moschee von Mekka, laut Koran von Adam erbaut. Dann wird in dem Video die Interview-Frage eingeblendet: „Wie schätzen Sie die Rolle der Muslima im Islam ein?“ Die Antwort gibt der Berliner Medienprofessor Siegfried Zielinski: „Seit Mohammed hat jede Zeit ein anderes Bild der Frau hervor gebracht. Heute konkurrieren viele unterschiedliche Vorstellungen um die Gunst der Frauen, was gut ist. Die schönsten und kraftvollsten Identitäten werden sich durchsetzen“. Zur Frage, ob eine „interne Reform“ des tradierten Rollenverständnisses möglich sei, verweist Zielinski auf die technische Entwicklung und Ausbreitung der heutigen Informationsmedien: in einer solchermaßen vernetzten Welt gäbe es kein „Internes“ mehr, niemand könne sich isolieren. Reformieren müsse sich der Islam genauso wie die christlichen Kirchen (wobei übrigens aktuellen Zeitungsberichten über die jüngste katholische Bischofssynode zu entnehmen ist, es gäbe einen Widerstand konservativer Kardinäle gegen Papst Franziskus, der in vielen Fragen aufgeschlossener auftritt als seine Amtsvorgänger). Diese Videoarbeit der georgischen Künstlerin Aidan Salakhova stammt zwar aus dem Jahre 2002, erhält aber in unseren Tagen eine neue Brisanz durch das Auftreten der Terrormilizen „Islamischer Staat“ in Syrien, im Irak und in Lybien. Der Sammler und Medienkunstförderer Lutz Teutloff zeigt dieses Video bis zum 31. Dezember 2015 in seinem virtuellen Museum für Foto- und Videokunst unter www.teutloff-museum.net. Für Teutloff ist diese Videoarbeit ein Beitrag zu dem „offenen Dialog“, den Zielinski einfordert: „Wir werden als Museum für Foto- und Videokunst diese Arbeit auf unserer Website präsentieren, um einen friedlichen Dialog zwischen den Religionen zu unterstützen“. www.teutloff-museum.net

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