Basel: Mengele-Totentanz und Dancing Room

4. Juni 2017 · Museen & Institutionen
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Im Museum Tinguely Basel wurde der Ausstellungsraum für Jean Tinguelys Mengele-Totentanz neu gestaltet. Inspiriert zu dieser Arbeit hatte den Künstler 1986 ein Brand auf einem Bauernhof nach einem Blitzeinschlag. „Der Brandherd war so heiss, dass man ihn nicht einmal mit dem Bulldozer hätte aufwühlen können. Es war die Hölle, es war teuflisch. Dann kam die Trauer, denn es war ein schönes Haus gewesen. Den ersten Schritt machte ich intuitiv: ich kaufte Stahlkappenschuhe und fragte für Überreste aus diesem Trümmerhaufen. Ich begann, aus diesem lauwarmen Mist Eisenstücke herauszuziehen, aber wusste nicht, warum“, notierte Jean Tinguely zu dieser Arbeit. Das Material ließ ihn die „ganze Konzentrationslagerverbrennungskatastrophe“ assoziieren. Auf einer Maismaschine, die Tinguely aus einer Abfallgrube herauszog, stand stand der Name „Mengele“, und so hieß bekanntlich aus der KZ-Arzt Dr. Josef Mengele, der Menschen als Versuchsobjekte missbrauchte und damit einer der übelsten Verbrecher des Nazi-Regimes war. „Mengele“ ist auch der Titel des Totentanzensembles im Museum, das aus 14 Maschinenplastiken besteht. Zur Eröffnung des neu gestalteten Raumes fand auch die Vernissage zu Jérȏme Zonders Ausstellung „The Dancing Room“ statt, die noch bis zum 1. November 2017 läuft und die sich als ein „aus dem Leben gegriffener Bilderreigen voller Maskerade und bösem Spiel“ darbietet. „Als zeichnerische Installation bringt er Interpretationen auf die TV-Serie The Walking Dead, als harmlose Kinderspiele getarnte Gewaltszenen, oder Bilder von Unglücksszenen zusammen. Es ist die erste in einer Reihe von Repliken, die dem Tod von Basel weitere Kapitel hinzufügt.“

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