Berlin: Exilmuseum erhält keinen Neubau
Der Traum von einem geplanten Neubau für das Berliner Exilmuseum am Anhalter Bahnhof ist geplatzt, stattdessen wird das Haus zur Geschichte des Exils in der Zeit des Nationalsozialismus in einer ehemaligen Stadtvilla seinen Ort finden.
Zwar wurde bereits im Jahr 2020 ein Wettbewerb für einen Neubau am Anhalter Bahnhof ausgelobt, bei dem der Entwurf der 64-jährigen Architektin Dorte Mandrup aus Dänemark ausgewählt wurde, doch nun gab die britische Kulturmanagerin Ruth Ur bekannt, dass der Neubau aufgrund stark angestiegener Kosten nicht realisierbar ist.
Das Exilmuseum, für das der Kunsthändler Bernd Schultz ursprünglich den Anstoß gab und 2018 eine entsprechende rechtsfähige Stiftung mit dem inzwischen verstorbenen Christoph Stölzl gründete, sollte nach ersten Plänen im Jahr 2025 eröffnet werden. Nach dem Tod Stölzl folgte 2025 Ruth Ur an die Stiftungsspitze und nahm die Dinge in die Hand. Da nun klar geworden ist, dass die Kosten für den neuen Museumsbau mit 3500 Quadratmetern auf etwa 130 Millionen Euro geschätzt werden, die durch Fundraising aufzubringen sind, wird das Exilmuseum in seinem Interims-Domizil in einer ehemaligen Stadtvilla in der Fasanenstraße 24 in Charlottenburg verbleiben, wo früher das Käthe-Kollwitz-Museum seinen Standort hatte.
Auch wenn Bernd Schultz als Gründer des Auktionshauses Griesebach als Initiator mit gutem Beispiel voranging und den Erlös des Verkaufs seiner eigenen Kunstsammlung mit sechs Millionen Euro für den Bau des Exilmuseums stiftete, so gab es nicht genug Mäzene, um die erforderliche Gesamtsumme aufzubringen. Nun plant man entsprechend kleiner und wird das bestehende Charlottenburger Gebäude ertüchtigen. Denn die Villa aus dem 19. Jahrhundert soll mit einem Fahrstuhl barrierefrei werden. Bislang wird die Villa als sogenannte „Werkstatt Exilmuseum“ betrieben, was nun in das eigentliche Museum münden wird.