Berlin: Mitte der Pampa

7. Februar 2017 · Aktionen & Projekte
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„Mitte in der Pampa“ nennt sich in Berlin eine Projektreihe mit „Kunst um Untergrund“. Der Künstlerwettbewerb „stellt zwischen Hauptbahnhof und Hellersdorf räumlich, sozial und politisch die Frage, wie in der ›Mitte‹ Entscheidungen gefällt werden, die sich in der ›Pampa‹ auswirken. Acht künstlerische Arbeiten werden entlang der U5 und U55 realisiert“. Bis zum 31. Oktober 2017 sind im U-Bahnhof Schillingstraße (Linie U 5) 18 Großplakate von Laura Horelli zu sehen. Der Titel „Namibia today“ bezieht sich auf eine gleichnamige englischsprachige Zeitschrift, die zwischen 1980 uns 1985 in der DDR gedruckt wurde: die Exil-Redaktion saß damals in Luanda (Angola). Die Plakate für ihre jetzige Aktion ließ die Künstlerin im heutigen Nachfolgebetrieb jener Druckerei herstellen. „Die Plakate kombinieren jeweils eine Titelseite der Zeitschrift Namibia Today mit Collagen zur Geschichte des Heftes in der DDR. Da die Zeitschrift noch weitgehend unerforscht ist, entwickeln sich einige der Motive assoziativ.“ Zwischen 1960 und 1990 kämpfte die Befreiungsbewegung SWAPO (South West Africa People’s Organisation) für die Unabhängigkeit Namibias von Südafrika. Seit 1990 bildet sie im nunmehr souveränen Namibia die Regierung; lediglich die Walvis Bay und die Penguin Islands standen noch bis 1994 unter südafrikanischer Kontrolle. Die U-Bahnlinie 5 „liegt im ehemaligen Gebiet Ost-Berlins und wird derzeit Richtung ‚Westen’ verlängert. Die Künstlerin erinnert hier an die komplexe und wenig bekannte Solidaritätsgeschichte der DDR. Doch weckt der Titel Namibia Today auch weitere Assoziationen: Er erinnert an die Kolonialgeschichte von Deutsch-Südwestafrika (1884–1915) sowie die weiterhin offen stehenden Verhandlungen zur Anerkennung des deutschen Völkermords an den Herero und den Nama (1904–08). Was ist Namibia heute – betrachtet aus derzeitigen Perspektiven- mit Blick auf die Vergangenheit?“

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