Berlin: Neue Sachlichkeit und Surrealismus

23. Oktober 2016 · Museen & Institutionen
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Da die Berliner Nationalgalerie derzeit geschlossen ist, zeigt die Sammlung Scharf-Gerstenberg in Charlottenburg bis zum 23. April 2017 die Ausstellung „Surreale Sachlichkeit. Werke der 1920er- und 1930er-Jahre aus der Sammlung der Nationalgalerie“. Beide Stilrichtungen entwickelten sich seit Anfang der 1920er Jahre zeitlich parallel, waen zum Teil auch eng miteinander verzahnt – si gibt es z.B. im Werk von Franz Radziwill oder auch Rudolf Schlichter sowohl sachlich-nüchterne als auch phantastisch-surreale Anklänge. In der Kunstgeschichtsschreibung wurden aber erst seit Ende der 1970er Jahre „anhand verschiedener Themen und Motive Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet wurden. Die Ausstellung in der Sammlung Scharf-Gerstenberg, direkt gegenüber dem Schloss, nimmt nun einen anderen Blickpunkt jenseits der kanonisierten Kunstbetrachtung ein. Mit ihrem erweiterten Surrealismusbegriff – Kern der Sammlung ist der Surrealismus, doch finden sich hier auch Werke seiner Vorläufer und Nachfolger – richtet die Ausstellung das Augenmerk weniger auf einzelne Motive, sondern möchte ausgehend vom Surrealismus, einen Blick auf die psychischen Zwischenräume werfen, die sich zwischen den Motiven der vermeintlich ’sachlichen‘ Darstellungen eröffnen“. So weisen auch die Werke der Neuen Sachlichkeit oft einen „psychischen“ Raum auf, „ohne dabei explizit zu werden“, aber gerade dieser „surreale Anteil“ verleihe den Werken eine „Tiefendimension“. Beim Surrealismus, wie ihn André Breton definierte, stand indessen ein Interesse an der Freudschen Psychoanalyse im Vordergrund: als die Pariser Gruppe um Breton 1924 die Zeitschrift „La Revolution surréaliste“ herausgab, deutete schon der Titel darauf hin, dass es ihnen in erster Linie nicht nur darum ging, mit dem völlig willkürlichen und unerwarteten Aufeinandertreffen verschiedener Wirklichkeitsebenen in ihren Wort- und Bildcollagen und mit dem Niederfließen des Unbewussten beim automatischen Schreiben eine neue stilistische Richtung in der Literatur und in der Kunst zu begründen, sondern sie sahen ihre literarischen und bildnerischen Aktivitäten auch als ein politisches Programm: André Breton begriff den Surrealismus ausdrücklich als eine emanzipatorische und revolutionäre Bewegung. In der jetzigen Berliner Ausstellung treffen „Gemälde von Künstlern wie Otto Dix, und Alexander Kanoldt, aber auch seltener gezeigte Gemälde von Paula Lauenstein oder Konrad Adolf Lattner treffen auf Werke von Surrealisten wie Max Ernst und René Magritte, die den Blick auf das Sonderbare, Geheimnisvolle, mitunter Absurde der Neuen Sachlichkeit lenken.“ www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/sammlung-scharf-gerstenberg

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