Berlin: Streit um künftige Atelierförderung – www.kunstforum.de

Berlin: Streit um künftige Atelierförderung

6. Dezember 2018 · Kulturpolitik

In Berlin gibt es zu wenige Ateliers für Künstler, zumal zu wenig erschwingliche – innerhalb von fünf Jahren stiegen nämlich dort die Gewerbemieten um ein Drittel an. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) will nun ab 2020 ein sogenanntes „Arbeitsraumprogramm 2.0 – Kulturraumbüro“ auflegen. Dann soll dieses neue Kulturraumbüro mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) zusammenarbeiten. Lederer hofft, mit dieser Maßnahme die Zielvorgabe zu erfüllen, bis 2021 mindestens 2.000 Atelierräume zusätzlich anbieten zu können; davon 50 Prozent in landeseigenen Liegenschaften. „Die bewährten Strukturen“ hielten dem „Raumdruck nicht stand“, heißt es in der Senatsverwaltung; mit dem neuen Büro wolle man dem Künstlerverband BBK mehr „Effizienz an die Seite stellen“. Der BBK stellt den Atelierbeauftragten, der gleichzeitig auch Leiter des Atelierbüros im Kulturwerk des bbk berlin ist. In Lederers Entwurf für das neue Kulturraumbüro sieht der BBK nun die Kompetenzen seines Atelierbeauftragten eingeschränkt: seine Position solle „marginalisiert“ werden, denn er dürfe künftig noch „nicht mal mehr mit einem Bezirksbürgermeister telefonieren, weder die Politik beraten, noch Atelierförderungskonzepte entwickeln“, beklagt sich der BBK laut „Tagesspiegel“. Bernhard Kotowski, Geschäftsführer vom Kulturwerk des bbk, befürchtet, künftig wolle wohl die Stadt entscheiden, „was förderungswürdig“ ist. Für den BBK sind neben der Professionalität indessen auch die Dringlichkeit des Raumbedarfs und die Einkommensverhältnisse ein Kriterium bei der Vergabe öffentlich geförderter Ateliers. Wenn aber nun Senator Lederer und seine Verwaltung „besondere individuelle Qualität“ als Maßstab ansetzen, wandelte sich die Ateliervergabe in eine „Exzellenzförderung“, was Kotowski ablehnt. Auch die „AbBA – Allianz (bedrohter) Berliner Atelierhäuser“ sorgt sich um eine mögliche „Entmündigung“ des Atelierbeauftragten und befürchtet, die Berliner Kulturpolitik verabschiede sich aus der „freien Szene“.


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