Bundestagsdebatte über Documenta: „Harte Wortwahl“

9. Juli 2022 · Kulturpolitik
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„Die Verantwortlichen in Kassel wurden abgewatscht. Die Entrüstung ist groß – die Wortwahl hart“, bilanzierte die „hessenschau“ über die Bundestagsdebatte zum Documenta-Skandal. „Laut FDP war die Künstlerauswahl ‚zum Schneeballsystem ausgeartet'“. Antisemitismus ziehe sich als „roter Faden“ durch die Ausstellung, so die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann. Allerdings scheiterte die Unionsfraktion mit ihrem Antrag zur Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission und mit ihrem Ansinnen, die Planungen für die nächste Documenta vorerst zurück zu stellen. „Immer wieder zeugte die Debatte auch davon, wie fremd vielen Politikern die Materie ist“, beobachtete die „Süddeutsche Zeitung“. So habe die CSU-Politikerin Dorothee Bär die „Documenta“ für eine „Kunstmesse“ gehalten. Der Berliner „Tagesspiegel“ konstatierte „Fehlendes Verantwortungsbewusstsein, parteipolitische Ränke“ und sah in der Bundestagsdebatte einen Höhepunkt des Skandals erreicht: „Mehr Erregung ist kaum möglich, mehr Aufmerksamkeit kaum zu erreichen für eine ebenso niederträchtige wie inakzeptable Darstellung, die drei Tage später erst verhängt und dann abgenommen wurde… Antisemitismus und seine Salonfähigkeit im arabischen und asiatischen Raum sind das eine, und es ist bestürzend, dass er ein Forum ausgerechnet in Deutschland auf der international wichtigsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst erhielt…“ Als Gitta Connemann sprach, habe Kulturstaatsministerin Claudia Roth „wie ein Häufchen Elend daneben auf ihrer Bank“ gesessen. Fazit des „Tagesspiegels“: „Die Bundestagsdebatte zeigte mit aller Deutlichkeit, dass in Kassel an die Oberfläche gekommen ist, was schon länger im Kulturbetrieb brodelt. Es einen Kulturkampf zu nennen, wäre zu hoch gegriffen, aber das gegenseitige Misstrauen ist offenbar. Nach der Fifteen wird künftig nicht nur in Kassel schärfer hingeschaut.“

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