Direktorin der Prager Nationalgalerie abberufen

Die 53-jährige polnische Kulturmanagerin Alicja Knast, Leiterin der Prager Nationalgalerie, wurde vom neuen, erst seit wenigen Monaten amtierenden, tschechischen Kulturminister Oto Klempir von ihrem Posten abberufen. Knast bekleidet die Spitze der größten Kunstsammlung Tschechiens seit 2021 und wurde nach eigenen Angaben von dieser Entscheidung überrascht.
Den unerwarteten Wechsel in der Führungsspitze der tschechischen Nationalgalerie begründet Klempir damit, dass die Institution das Potenzial ihrer Sammlungen besser ausschöpfen solle. Er wünsche sich „eine völlig andere Ausrichtung der Nationalgalerie“, heißt es weiter. Jedoch führt er seine Vorstellungen nicht konkreter aus. Vorerst wird die Kunsthistorikerin Olga Kotkova die Nationalgalerie vorübergehend leiten. Alicja Knast äußerte: „Ich bin von dieser Entscheidung etwas überrascht.“
Die mehrere Jahrhunderte alte Kunstinstitution unterhält verschiedene Ausstellungszentren, wie das Palais Schwarzenberg, den Messepalast und die Wallenstein-Reithalle. Die Nationalgalerie zählte 2025 etwa 555.000 Besucher*innen und steigerte sich dabei im Vergleich zum Vorjahr um etwa 25.000 Interessierte. In Fachkreisen spricht man bereits seit Längerem von einer Unterfinanzierung der Nationalgalerie und einer hohen Abhängigkeit vom Ministerium. Der parteilose Kulturminister Klempir bekleidet sein Amt erst seit im Dezember 2025 eine Koalition der rechtspopulistischen Partei ANO von Regierungschef Andrej Babis mit zwei Kleinparteien regiert.
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