Diskussionen über Störungen beim ARD-Interview mit Weidel

23. Juli 2025 · Kulturpolitik
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Mit lautstarken Protesten mittels Trillerpfeifen, Hupen, Rufen und Musik wurde in Berlin das ARD-Sommerinterview unter freiem Himmel mit der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel gestört.

Daran beteiligt war u.a. auch das Kunst-Kollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) mit seinem „Adenauerbus“. Dieser verfügt „über eine 100 Kilowatt Lautsprecheranlage mit Spezial-Drucklufthörnern von der US-Armee. Luftschutzsirenen auf dem Dach dürften ihr Übriges tun“, so die „Berliner Morgenpost“: „Dieser Bus hat Alice Weidel das Sommerinterview verhagelt“, resümmierte das Blatt. Das Interview war nämlich angesichts des Lärms kaum zu verstehen, wurde aber trotzdem gesendet.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann meldete sich in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“ zu Wort: „Wenn man die AfD stark machen will, soll man ruhig solche Interviews stören“. Den Vorwurf, die Störaktion würde der AfD eher nützen als schaden, wies Philipp Ruch, Sprecher des „Zentrums für Politische Schönheit“ im Podcast „Ronzheimer“ zurück: „Diese Angst muss man ein Stück weit loswerden, wenn man die AfD bekämpfen will.“ Ruch erklärte weiter: „Ich würde gar nicht von einer Störaktion reden, sondern von einer Verschönerungsaktion. Also hier wurde tatsächlich, glaub ich, so was wie der Fernsehmoment des Jahres geschaffen.“ Der Kommentator Dennis Sand („Die Welt“) sieht das anders: „Wer unter Protest allerdings missversteht, den politischen Gegner einfach mundtot zu machen, der hat nicht begriffen, dass auch Protest nur einen von vielen Bausteinen darstellt, um einen gesellschaftlichen Diskursraum abzubilden. Protest ist ein Bestandteil von Diskurs. Nicht die Aufkündigung dessen.“ Der Deutsche Journalistenverband meint dazu: „Eine Wiederholung des Interviews unter Studiobedingungen käme einer Überhöhung der AfD-Vorsitzenden gleich, für die es keinen Anlass gibt.“ Die ARD erklärte inzwischen, für künftige Interviews Vorkehrungen zu treffen, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Details dazu wurden aber nicht genannt. Die Berliner Polizei leitete laut „Tagesspiegel“ zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. „Diese richten sich gegen eine 64-Jährige und einen 39-Jährigen, da die Aktion nicht angemeldet gewesen sei… Laut Polizei beeinträchtigten die Schallemissionen sowohl den Verkehr als auch die öffentliche Ordnung.“

Dazu in Band 232 erschienen:

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