Documenta: Gelder korrekt verwendet

17. August 2018 · Kulturpolitik
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Die Documenta 2017 schloss mit einem millionenschweren Defizit ab. Zu der Frage, die Verantwortlichen dabei mit dem Geld in einer Weise umgegangen sind, die den Straftatbestand der Untreue erfüllt hätte, ging die Kasseler Staatsanwaltschaft mit Ermittlungen gegen vier Verantwortliche nach. Den Strafantrag dazu hatten Politiker der AfD-Fraktion im Kasseler Rathaus gestellt. Wie die HNA-Hessisch-Niedersächsische Allgemeine berichtete, richteten sich die Ermittlungen auch gegen die frühere Documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff. Ein solcher Anfangsverdacht habe sich jedoch nicht bestätigt, hieß es schließlich; die Ermittlungen wurden daraufhin eingestellt. Weder diese Ermittlungen noch die die Begutachtung der Unterlagen durch eine Wirtschaftsprüfung hätten „ausreichende Anhaltspunkte“ dafür ergeben, dass der Documenta-Etat zweckwidrig verwendet worden sei. Der ehemalige OB Bertram Hilgen ließ verlauten, er habe nichts anderes als die Einstellung des Verfahrens erwartet. Das Defizit war vor allem durch den zweiten Documenta-Standort Athen entstanden. Der Blogger Hartmut Barth-Engelbarth und andere linken Kräfte hatten dies als „EU-Kulturimperialismus“ kritisiert; andere Kritiker hatten Bargeldtransfers von Kassel nach Athen als dubios empfunden, die jedoch nur deshalb vorgenommen wurden, weil zu jener Zeit im griechischen Bankenwesen Abhebungen oder Überweisungen von Konten limitiert waren. Annette Kulenkampff hatte jedenfalls immer betont, dass alles korrekt abgelaufen sei. Dass ausgerechnet die AfD einen Strafantrag stellte, hat wohl etwas mit der grundsätzluchen Haltung der Partei zur zeitgenössischen Kunst und zur Kulturpolitik zu tun: Kasseler AfD-Politiker hatten auch die Obelisk-Skulptur des Künstler Olu Oguibe angefeindet.

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