Documenta schützen: Gemeinsame Erklärung Kassels OB und EXOBs – www.kunstforum.de

Documenta schützen: Gemeinsame Erklärung Kassels OB und EXOBs

30. Juni 2022 · Kulturpolitik

In manchen Feuilletons wird nach dem Antisemitismus-Debakel eine „Documenta-Dämmerung“ ausgerufen. Auch in der Kulturpolitik des Bundes und des Landes Hessen steht die Kasseler Weltkunstschau auf dem Prüfstand. In einer gemeinsamen Erklärung forderten der amtierende Kasseler OB Christian Geselle und seine Vorgänger Hans Eichel, Wolfgang Bremeier und Bertram Hilgen: „Die documenta schützen!“ Sie räumen ein, dass die Präsentation der Arbeit „People’s Justice“ des Kollektivs Taring Padi auf dem Kasseler Friedrichsplatz zwar „ein schwerer Fehler“ war, bekennen sich zugleich aber weiterhin zu den Prinzipien einer Documenta-Organisation: „Völlige Unabhängigkeit von politischem Einfluss, Garantie der künstlerischen Freiheit, Globalität als Ziel und Anspruch“. Weiter heißt es in der Erklärung: „Die documenta fifteen wird durch diesen schweren Fehler in ihrer Gesamtheit nicht infiziert. Ein Generalverdacht dieser Art ist nicht gerechtfertigt und unangemessen. Das belegen auch die erfreulichen Besucherzahlen und die durchweg positive Bewertung der Ausstellung durch die Documenta-Gäste. Das Kunstpublikum bildet sich seine Meinung durch eigene Anschauung und nicht auf der Grundlage der Bewertung Dritter… Wir bewerten die Begründung des Bundeskanzlers für seine Weigerung, die Ausstellung zu besuchen, als pauschale Vorverurteilung und daher unangemessen…“ Die künstlerische und kuratorische Unabhängigkeit sehen der OB und die Alt-OBs durch den Fünf Punkte-Plan von Kulturstaatsministerin Claudia Roth gefährdet: sie lehnen den Plan „als Angriff auf die documenta entschieden ab… Die in dem 5-Punkte-Plan offen ausgesprochene Drohung: Ohne mehr Einfluss kein Geld! muss uns nicht schrecken. Die documenta könnte im Zweifel auch ohne die bescheidenen Bundesmittel finanziert werden. Kassel ist darauf nicht angewiesen. Sollte die Beauftragte auf diesem Junktim bestehen, muss die Stadt sie auffordern, die finanzielle Unterstützung umgehend und vollständig einzustellen – und künftig in öffentlicher Funktion zur documenta zu schweigen…“


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