documenta: Streit um Bundesmittel und vorzeitigen Abbruch

18. August 2022 · Kulturpolitik
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Nachdem ein weiteres Bild des Kollektivs Taring Padi auf der documenta wegen antisemitischer Ikonografie in die Kritik geraten war, zudem der Künstler Hamja Ahsan auf Facebook in polemischer Weise Sympathien für anti-israelische Initiativen bekundete und Bundeskanzler Scholz aufs Übelste beschimpfte, wurden aus der Politik erneut Forderungen nach Konsequenten laut. „Auf der documenta wird jeden Tag eine neue Grenze überschritten“, empörte sich z.B. die Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dorothee Bär (CSU) gegenüber dem Redaktions Netzwerk Deutschland (RND). „Für systematischen Israelhass und Antisemitismus darf es keinen einzigen Euro Bundesförderung mehr geben.“ Bär und ebenso der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt forderten daher, die Documenta „nicht länger aus Bundesmitteln zu fördern“. Allerdings ist die Kulturstiftung des Bundes lediglich mit 3,5 Mill. Euro am Finanzplan der documenta mit insgesamt 42,2 Millionen Euro beteiligt. Den Löwenanteil tragen Stadt und Land mit jeweils 10,75 Millionen Euro. Die restlichen 17,2 Millionen Euro setzen sich aus Eintrittsgeldern, Drittmitteln und sonstigen Einnahmen zusammen. Dazu zählen in nicht unerheblicher Menge Sponsorengelder, und das ist einer der Gründe, weshalb Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) eine vorzeitige Absage der documenta kategorisch ablehnt. Dies könne eine Kettenreaktion mit weitreichenden Folgen auslösen, befürchtet nicht nur er. In einem Interview mit der HNA-Niedersächsischen Allgemeinen hatte Rhein nämlich ausgeführt: „…wenn die documenta heute abgebrochen würde, wäre dies das Ende der documenta. Das zeigt auch ein Blick auf die Sponsoren. Die finden auch nicht amüsant, was da gerade passiert. Es muss unser Anliegen sein, einen solchen Kollateralschaden zu verhindern.“

Dazu in Band 283 erschienen:

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