Erfurt: Streit um Forum geht weiter

8. September 2016 · Kulturpolitik
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Der Deutsche Kulturrat führt eine „Rote Liste“ mit bedrohten Kultureinrichtungen. Kürzlich wurde auch das Erfurter das Erfurter Forum Konkrete Kunst in der Peterskirche in diese Liste aufgenommen. Das findet die Stadt Erfurt „befremdlich“ und wirft dem Kulurrat vor, die Trägerschaft und die Finanzierung des Museums „nicht korrekt“ dargestellt zu haben. Träger sei die Stadt Erfurt und nicht der Förderverein, der sich gegen die Schließungspläne wehrt. Auf seiner Website unterhält der Förderverein weiterhin eine Petitionsliste „Forum in Not“, in die sich jeder eintragen kann, der am Erhalt des Forums interessiert ist. Das Forum sei auch keineswegs ein etabliertes Museum mit einer Dauerausstellung und verfüge auch nicht über eine städtische Sammlung, entgegnen die Stadtoberen, sondern es sei ein Ort für Wechselausstellungen mit Leihgaben von Künstlern. Probleme gibt es aber in der Tat mit der Aufsicht: die Stadt findet nämlich keine Freiwilligen mehr, die bereit wären, in dem ungeheizten Gebäude die Bewachung zu übernehmen; und dies wäre auch arbeitsschutzrechtlich höchst problematisch. Seit Eröffnung des Forums 1993 haben dort 10 Künstler ausgestellt. Während die Stadtverwaltung erklärt, sie wolle aufgrund „objektiver Probleme den Betriebsmodus“ ändern, beklagen sich die Künstler im Förderverein, es gäbe gar kein mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten „abgestimmtes neues Nutzungskonzept. Im Gegenteil spricht man sich für das Beibehalten der bisherigen Nutzung auch für das Jahr 2017 aus“, so der Förderverein in seiner Stellungnahme „zur aktuellen Situation“. In Erfurt scheint also allenthalben große Verwirrung in Sachen Kulturpolitik zu herrschen, ob man städtischerseits das Forum überhaupt weiter betreiben will und wenn ja wie bzw. wo, oder lieber doch nicht. Die Fraktion der Linken im Erfurter Stadtrat will jedenfalls „die Zukunft des Forums“ sichern“, aber „nicht unbedingt auf dem Petersberg“. Ratsmitglied André Blechschmidt (Die Linke) erklärte, seine Partei werde sich zeitnah nach geeigneten Orten und nach einer akzeptablen Präsentationsform gesucht wird. Ich kann mich durchaus mit dem bereits vorhandenen Vorschlag anfreunden, den Kulturhof Krönbacken als zukünftigen Standort näher zu betrachten.

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