Fellbach: Triennale-Preis geht an Unknown Fields

22. Juli 2025 · Preise
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Das britisch-australische Kollektiv Unknown Fields unter der Leitung von Kate Davies und Liam Young gewinnt den Preis der Triennale Kleinplastik Fellbach (5.000 Euro).

Prämiert wird die Arbeit „Rare Earthenware“. Sie entstand 2015 als Ergebnis einer Feldforschung in der chinesischen Industriestadt Baotou in der Inneren Mongolei und besteht aus drei vasenförmigen Objekten sowie einer Videoarbeit. Das Werk beschäftigt sich mit den „Umständen der Erkundung und des Abbaus sogenannter Seltener Erden, wie sie in der weltweit größten dafür geschaffenen Raffinerie vor Ort erfolgt.“ Die Vasen in drei verschiedenen Größen sollen in ihrer formalen Strenge und Reduktion an archäologische Objekte erinnern, wie sie als wertvolle Zeugnisse vergangener Kulturen gewöhnlich in Museen aufbewahrt werden.

Für ihre Herstellung wurde radioaktiv verseuchter Schlamm genutzt, der als Rückstand der Raffinerie in Baotou in einen nahegelegenen See gepumpt wird und das Grundwasser der Region gefährdet. Das Künstler*innenkollektiv hat sich den Schlamm unter persönlichem Einsatz dort besorgt und in die Vasen umgeformt, deren Form an Urnen erinnert. Die jeweilige Größe der Gefäse entspricht der Menge des Abfallmaterials, das aus der Gewinnung Seltener Erden für die Produktion eines Handys, eines Laptops beziehungsweise einer Autobatterie anfällt. Das zur Arbeit gehörende Video macht anschaulich, wie der Verlauf der globalen Lieferkette von der elektronischen Handelsware über die Transportwege zurück zur Raffinerie und dem verseuchten See führt.

„Mit ihrer Arbeit ,Rare Earthenware‘ gelingt es dem Künstler*innenkollektiv Unknown Fields als aktivistisches Forschungs- und Designstudio, hochaktuelle ökologische Probleme auf ihre ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen hin zu befragen und in eine überzeugende plastische Form zu überführen, die in ihrer konzentrierten Verbindung von Materialität, Formgebung, Größe und Gehalt beeindruckt und zusammen mit der zugehörigen Videoarbeit eine zeitgemäße und stimmige Einheit in der Aufbereitung hochkomplexer Zusammenhänge von erheblicher gesellschaftlicher Relevanz darstellt“, so heißt es in der Begründung zur Auszeichnung. Die Preisverleihung findet am 27. September 2025 während der Schlussfeier der Triennale statt. Das prämierte Kunstwerk ist in der 16. Triennale Kleinplastik noch bis zum 28. September 2025 in der Alten Kelter Fellbach zu sehen.

Dazu in Band 304 erschienen:

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