Genti Korini bespielt albanischen Pavillon auf Venedig-Biennale 2026
Der albanische Pavillon präsentiert auf der 61. Biennale in Venedig „A Place in the Sun“ des albanischen Künstlers Genti Korini, kuratiert von der polnischen Kuratorin Małgorzata Ludwisiak in den Arsenale.
In der dreikanaligen Videoarbeit verschmelzen Live-Schauspiel, Puppenspiel, Animation und eine Tonspur zu einem fiktionalen Theaterstück, das in „Zaum“ inszeniert wird – einer transrationalen experimentellen Sprache, die von russischen futuristischen Dichtern zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Zaum wurde als Sprache ohne Grammatik- und Syntaxregeln kreiert. Die Irrationalität von Zaum nutzt Korini, um die Grenzen der Sprache sichtbar zu machen und gängige Kommunikationsstrukturen zu hinterfragen. Auf poetische Weise sollten dabei nicht zuletzt Minderheitensprachen unterschiedlicher Kulturen in Albanien und darüber hinaus sichtbar gemacht werden. In seiner Arbeit bezieht sich Genti Korini insbesondere auf das Magazin „Bloodless Murder“ mit seiner Ausgabe „Albanian Issue“ von 1916, herausgegeben von einer Avantgarde-Gruppe mit Sitz in Sankt Petersburg. Albanien ist darin durch ein Prisma aus Exotik und orientalistischer Fantasie portraitiert. Mit dem kolonialen Blick, der dort auf Albanien geworfen wird, spielt Genti Korini in seiner Installation.
Die Arbeiten Genti Korinis drehen sich um die Geschichte Albaniens und seine Beziehung zur Moderne, sein vergangenes und gegenwärtiges Erbe. Dabei kreiert er Spannungen zwischen Realität und Fiktion in seinen Gemälden, Videos, Objekten, Fotografien und Filmen. Die Präsentation „A Place in the Sun“ in Venedig soll eine spekulative Bühne bieten, auf der sich Geschichte, Fantasie und ideologische Vorstellungskraft überschneiden.