Humboldt Forum: Kuppel-Inschrift bleibt vorerst unkommentiert

3. Juli 2023 · Kulturpolitik
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Kontrovers diskutiert wird bereits seit einiger Zeit die Inschrift in goldenen Lettern auf blauem Grund, die den Tambour der Kuppel des Berliner Humboldt Forums umläuft.

„Es ist kein ander Heil, es ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn der Name Jesu, zu Ehren des Vaters, daß im Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind“, lautet der Text. Das sei ein für die heutige Zeit unangemessener christlicher Unterwerfungsanspruch, wird von verschiedenen Seiten kritisiert. Andere Stimmen verweisen darauf, der preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) habe die Inschrift veranlasst, um den Machtanspruch der Hohenzollern gegenüber der Demokratiebewegung von 1848 zu betonen. Daher kursierten unlängst Überlegungen, das Textband aus heutiger Sicht ergänzend zu kommentieren. „Künstlerisch sollte nun damit umgegangen und die Inschrift zeitweise überblendet werden“, und zwar in den Nachtstunden. „Aus Kostengründen wird daraus nun aber nichts“, berichtete „katholisch.de“. Von einem „oberen sechsstelligen Betrag“ für die „voraussichtlichen Kosten“ war die Rede. Die Stiftung Humboldt Forum stoppte das Projekt und will nun „Alternativen prüfen“. 2021 hatte der Künstler Emeka Ogboh auf der Dachterrasse vor der Kuppel eine Klanginstallation inszeniert, die „an die Prinzipien und Wissensgebiete der Brüder Humboldt“ anknüpfte und „sich zugleich kritisch mit der Kolonialgeschichte“ auseinandersetzte.

Dazu in Band 277 erschienen:

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