Ingold Airlines: Künstler auf Reisen

14. Oktober 2017 · Aktionen & Projekte
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Manche Provinzflughäfen tragen recht euphemistische Namen, z.B. der Flughafen Frankfurt-Hahn. Er liegt 125 km vom Frankfurter Großflughafen Rhein Main entfernt und machte unrühmliche Schlagzeilen, als die rheinland-pfälzische Landesregierung beim Versuch, ihn zu verkaufen, auf einen chinesischen Hochstapler hereinfiel. Auch der „Flughafen Düsseldorf-Mönchengladbach“ ist mit 24 km Entfernung von Düsseldorf eigentlich eher ein „Verkehrslandeplatz“, und so wird das Kunstkonzept von Res Ingold, eine fiktive Fluggesellschaft unter dem Namen „Ingold Airlines“ zu betreiben, die nur aus Logos, Corporate Identity und Werbe- und Präsentationsmaterial besteht, von den Skurillitäten des realen Flugbetriebs manchmal überrollt. In Viersen (Niederrhein), nicht weit von Mönchengladbach entfernt, wurde der Abenteuer- und Reiseschriftsteller Ferdinand Emmerich (1858-1930) geboren, der seine Expeditionen als Schiffsjunge begann und später unter Buchtiteln wie „Auf Schleichwegen nach Tibet“ oder „Das Rätsel des Orinoko“ veröffentlichte und auch einen „Leitfaden für Auswanderer“ verfasste. Ihm widmet Ingold Airlines nun im Rahmen der Reihe „Künstler auf Reisen“ die Einrichtung eines Hubschrauberlandeplatzes Ferdinand Emmerich Heliport fev*, mit dem die Festhalle Viersen „das Equipment für einen mobilen Konzertservice und eine Plattform für Extra-Publicity“ bekommt. Motto: „Viersen on the quickest way“. Stars werden zu ihren Auftritten gerne per Hubschrauber eingeflogen, und das oft auch um des PR-Effekts willen: als die „Bild-Zeitung“ kürzlich den Aufmacher „Boris sitzt pleite am Pokertisch“ brachte, bestand die Meldung im wesentlichen aus der Information, dass der Ex-Tennisstar Boris Becker als „Markenbotschafter“ für den Veranstalter „Party Poker“ durchaus „standesgemäß“ per Hubschrauber zum Spielcasino von Rozvadov in Tschechien eingeflogen wurde. Und was in Rozvadov mit Boris Becker funktioniert, das klappt laut Ingold Airlines wohl auch in Viersen: „Sicherheit, Kompetenz und Diskretion im Service sind in der Post-Privacy Gesellschaft gerade für Popstars wichtige Tourneekriterien, was sich in Viersen als Standortakzent erweist.“ Das ist allerdings nicht völlig ohne Risiko: „Erfolg und Pop-Euphorie sind globale mediale und logistische Massenphänomene und so wechselhaft wie das Wetter und ähnlich anfällig wie das Fliegen. Die Absturzgefahr besteht sowohl real, als auch im übertragenen Sinn des spurlosen Verschwindens und der Bedeutungslosigkeit. Neben unzähligen anderen Todesfällen sind zwischen 1933 und 2009 bei 32 Flugzeugunglücken 58 Popstars und Begleitmusiker ums Leben gekommen.“ www.ingolduniversal.com

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