Julian Röder – Recht und Raum in Berlin

22. Oktober 2016 · Hochschulen
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Seit fünfzehn Jahren baut der Fotokünstler Julian Röder ein Werk zum Thema Macht und Ökonomie auf, das  nun zum ersten Mal in einer größeren Überblicksausstellung in Berlin zu sehen ist. Röder hat zwischen 2001 und 2008 die Gipfeltreffen der Staats- unsd Regierungschefs  beobachtet und in „The Summits“ festgehalten. 2011 fotografierte Röder für die Serie „World of Warefare“ auf der International Defence Exhibition and Conference, IDEX, der größten Waffenmesse der Welt in Abu Dhabi. „Bewusst versucht er in seinen Bildern die Situation bis zum Absurden zu überzeichnen. Ausgerechnet in einer Wüste kommen sich Macht und Ökonomie auf dieser von der Öffentlichkeit abgeschirmten Veranstaltung am nächsten. In einer weiteren Serie, „Mission and Task“ arbeitet Röder 2012/13 mit Mitteln der Werbefotografie im Freien und setzt dabei Kunstlicht ein. Auf diese Weise führt er die geheime Infrastruktur zur Sicherung europäischer Außengrenzen vor, die wie ein Schutzwall unseres westlichen Wohlstandes fungiert. Unter harmlosen Oberflächen verbergen sich in Zeppelinen oder Heiligen-Kapellen, hinter Zäunen oder auf Satelliten modernste Überwachungssysteme, die zu Lande, zu Wasser, aus der Luft und aus dem All jeden, der in ihre Nähe kommt, beobachten und taxieren. Ausstellung und Katalog stellen eine Kooperation zwischen dem Haus am Waldsee und der Akademie der Künste, Berlin dar. Im Rahmen des Ellen-Auerbach-Stipendiums der Akademie der Künste hat Julian Röder die neue Serie „Licht und Angst“ verwirklichen können, die in der Ausstellung vorgestellt wird. Dabei führt der Künstler seine Recherche zum Thema Macht und Ökonomie bis in die Bereiche Gedankenfotografie und Verschwörungstheorien fort. Er begibt sich zudem in ein Umfeld irrationaler mystisch überhöhter Gesellschaften, denen Intuition mehr gilt als rationales Denken. Dabei richtet er sein Augenmerk auf Gruppen, für die altgermanische Mythen und magische Orte größere Bedeutung haben, als wissenschaftliche Argumente. So gegensätzlich die parallel existierenden Welten von Managern, Demonstranten und Esoterikern auf den ersten Blick erscheinen, so überzeugend arbeitet er Gemeinsamkeiten heraus: Das nicht näher definierte Böse gefährdet die Freiheit und das Glück des Einzelnen.“ Die Ausstellung ist vom 18. November 2016 bis zum 12. Februar 2017 Haus am Waldsee, Berlin zu sehen. www.adk.de

Dazu in Band 240 erschienen:

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