Karnevalist Jacques Tilly in Russland verurteilt

Der Düsseldorfer Bildhauer und Karnevalist Jacques Tilly wurde von einem Gericht in Moskau in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Der Richter Konstantin Otschirow urteilte, dass sich Tilly mit seinen satirischen Karnevalswagen bei den Düsseldorfer Rosenmontagszügen, mit denen er den russischen Präsidenten Putin und seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisierte, der Verbreitung von Falschnachrichten über russische Streitkräfte und der Verletzung religiöser Gefühle schuldig gemacht habe. Neben der mehrjährigen Haftstrafe verhängte er auch eine Geldstrafe über umgerechnet etwa 2.000 € sowie ein Arbeitsverbot über vier Jahre.
In dem umstrittenen Verfahren hatte die russische Staatsanwältin neun Jahre Haft, ein vierjähriges Arbeitsverbot und eine Geldstrafe beantragt, während die Pflichtverteidigerin einen Freispruch aus Mangel an Beweisen forderte. Es hieß, dass die Verteidigung keinen Kontakt zum Angeklagten aufnehmen konnte, da die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau den Kontakt nicht vermitteln konnte.
Jacques Tilly selbst erklärt, nicht von der russischen Justiz über das Verfahren informiert worden zu sein, doch wisse er, dass Diplomaten der deutschen Botschaft den Prozess in Moskau beobachten. Tilly muss keine Auslieferung von Deutschland nach Russland befürchten, sollte zukünftig aber bei Reisen in Länder, die von Russland gesuchte Straftäter*innen ausliefern, aufpassen.
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