KHM Köln: Ukraine Film Night
In der Aula der KHM-Kunsthochschule für Medien Köln wird am 8. Januar 2026 (19 Uhr) eine “Ukraine Film Night” ausgerichtet. Vorgeführt wird der Dokumentarfilm “Special Operation” von Oleksiy Radynski. Überwachungskameras hatten aufgezeichnet, wie in den ersten Stunden des Ukraine-Kriegs russische Truppen das Gelände des Atomkraftwerks Tschernobyl besetzten und in eine Militärbasis verwandelten. Fünf Wochen lang saßen die Truppen in dem radioaktiv verseuchten Gebiet fest. Der Film „Spetsialna Operatsiia” beruht auf diesen Aufnahmen “die am Ort der verheerendsten Nuklearkatastrophe der Geschichte” entstanden sind. Der Film wurde auf der Berlinale 2025 uraufgeführt. Das Portal filmrezensionen.de schreibt dazu: “Radynski greift ausschließlich auf Aufnahmen von Überwachungskameras zurück, die von ukrainischen Arbeitern des Kraftwerks heimlich gesteuert und gesichert wurden. Diese Entscheidung verleiht dem Film eine beklemmende Authentizität, die sich nicht durch filmische Mittel oder nachträgliche Bearbeitung aufdrängt, sondern allein durch die ungeschminkte Realität, die diese Kameras einfangen. Die Perspektive bleibt distanziert, fast voyeuristisch, während sich der Alltag eines Krieges entfaltet: Man sieht russische Soldaten, die das Verwaltungsgebäude durchkämmen, Kameras abkleben oder umdrehen, Lastwagen, die mit Nachschub eintreffen, und ab und zu auch Journalisten, die das Leben in dieser improvisierten Militärbasis dokumentieren. Dabei sieht man keine direkten Gewaltszenen, hört aber in der Ferne immer wieder Schüsse und Explosionen. […] Special Operation feierte seine Weltpremiere bei der Berlinale 2025 in der Sektion Forum Expanded und wirkt dort genau richtig platziert: als cineastisches Experiment, das sich jedem Sensationalismus verweigert. Die Abwesenheit eines allwissenden Kommentars oder klassischer Dramaturgie ist gleichermaßen die größte Stärke und Schwäche des Films. Radynski liefert keinen einfachen Zugang zu den Geschehnissen, sondern fordert sein Publikum heraus, selbst zu beobachten, zu deuten und zu fühlen. Das Ergebnis ist ein Film, der gerade durch seine radikale Zurückhaltung wirkt — und vielleicht erst mit etwas zeitlichem Abstand vollständig verstanden werden kann. Ein stiller, aber unvergesslicher Beitrag zur filmischen Auseinandersetzung mit einem Krieg, der noch immer nicht vorbei ist.”