Köln: Kulturschaffende rufen zum Erhalt der KMB auf – Interimslösung gefunden?

7. Januar 2025 · Kulturpolitik
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Kulturschaffende wie Gerhard Richter, Anna Polke und Marcel Odenbach sowie die Initiative „Rettet die KMB“ hatten gegen fehlende Pläne, die Kölner Kunst- und Museumsbibliothek zu erhalten, protestiert. Nun soll es eine Interimslösung geben, über die der Stadtrat noch abstimmen muss.

Die aktuell im Kattenbug untergebrachte KMB ist mit über 550.000 Bänden weltweit eine der größten öffentlichen Kunst- und Museumsbibliotheken zur Modernen Kunst und zur Fotografie. „In Köln zählt das offensichtlich nicht“, beklagt sich die Initiative „Rettet die KMB“. Der Mietvertrag für den Hauptstandort läuft im Juni 2025 aus. Ohne eine Interimslösung und langfristige Unterbringung droht die Einlagerung der Bestände – faktisch eine Schließung. Nun gab der Beigeordnete für Kunst und Kultur, Stefan Charles bekannt, er habe eine Interimslösung gefunden, die er dem Stadtrat vorschlagen werde: „Es spricht für den Kulturstandort Köln, dass die Kunst- und Museumsbibliothek in der Frage der Standortsuche eine so breite Unterstützung in unserer Stadtgesellschaft erfährt. Daher freut es mich, dass geeignete Flächen für eine Interimsunterbringung der KMB und ihrer national und international profilierten Bestände gefunden werden konnten. Ich werbe nun um die Zustimmung der Politik für die Anmietung dieser Flächen. Es ist für uns als Verwaltung herausfordernd, zentrumsnah Räumlichkeiten zu finden, die statisch den Anforderungen dieser Spezialbibliothek für Moderne Kunst und Fotografie gerecht werden. Umso erleichterter bin ich, dass unsere Suche erfolgreich war. Wir werden die Zeit des Interims nutzen, einen zentralen Standort für eine langfristige Unterbringung der KMB festzulegen.“ Wo genau diese Interimslösung sich befindet, wurde in der Bekanntgabe von Charles nicht gesagt. Laut Berichten des Kölner Stadtanzeigers stand aber zuletzt eine Lagerhalle in Ehrenfeld als Notlösung zur Verfügung.

Dass schnellstmöglich eine Unterbringung für die Bestände gefunden wird, ist unabdinglich, um deren Zugänglichkeit zu bewahren. Isabel Pfeiffer-Poensgen, ehemalige NRW-Kulturministerin, warnt, eine eingepackte Bibliothek verliere ihren Sinn. „Der Verlust der KMB hätte weitreichende Folgen: Museen, Universitäten und Kulturschaffende wären betroffen, und Köln würde für junge Talente in der Kunst- und Kulturbranche enorm an Attraktivität verlieren. Trotz digitaler Ressourcen bleiben historische Bücher und Abbildungen unverzichtbar für die Kunstgeschichte – sie bilden die Grundlage wissenschaftlicher Arbeit, von Provenienzforschung bis zur Ausstellungsvorbereitung. Bibliotheken sind zudem kulturelle Zentren, die Dialog und Identität stiften“. Auch prominente Künstler*innen unterstützen die Initiative zur Rettung der KMB, so äußert sich zum Beispiel der Kölner Starkünstler Gerhard Richter: „Die Kunst- und Museumsbibliothek ist eine unerschöpfliche Wissens- und Inspirationsquelle. Als solche habe ich sie über Jahrzehnte schätzen gelernt. Als Kölner Bürger bin ich stolz, dass die Stadt über diesen reichen Schatz verfügt, der jeden Tag von vielen Kunstinteressierten – Professionellen wie Laien – aktiv genutzt wird.“ www.rettetdiekmb.de

Dazu in Band 141 erschienen:

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