Köln: Prozess um Archiveinsturz

29. Mai 2018 · Kulturpolitik
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Im März 2009 stürzte das Gebäude des Historischen Archivs der Stadt Köln ein; zwei Menschen kamen dabei zu Tode. Bis heute ist der Bau des U-Bahntunnels entlang der Severinstraße unterbrochen, wegen langwieriger Untersuchungen, die Ursache des Unglücks zu ermitteln. Der aktuelle Strafprozess findet unter Zeitdruck statt, denn 2019 setzt nach zehn Jahren die Verjährung ein. Verhandelt wird gegen drei ehemalige Beschäftigte der Baufirmen und zwei Ingenieure der Kölner Verkehrsbetriebe wegen „Baugefährdung“ und „fahrlässiger Tötung“. Die beteiligten Baufirmen beharren nach wie vor darauf, nicht ein Baufehler, sondern „hydraulischer Grundbruch“ habe zu dem Einsturz geführt. „Damit wäre die Katastrophe durch eine Art Naturereignis ausgelöst worden, an dem die Unternehmen keine Schuld tragen“, fasst der Kölner „Express“ deren Prozessstrategie zusammen. Ein vom Gericht bestellter Gutachter, der Geo-Techniker Prof. Hans-Georg Kempert, kommt indessen zu einer anderen Einschätzung: durch plötzliches Einfließen von 5000 Kubikmeter Erde „durch eine Fehlstelle in der äusseren Wand“, mithin durch einen Baufehler, sei das Stadtarchiv zusammengesackt. Was mit dem Grundstück an der Einsturzstrelle künftig geschehen soll, ist noch nicht entscheiden. Die Initiative „Archivkomplex“ mit Künstlern und anderen engagierten Bürgern schlägt den Bau einer Kunsthalle an dieser Stelle vor.

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