Kontroverse um Buchhandlungspreis: Weimer sagt Verleihung auf Leipziger Buchmesse ab

11. März 2026 · Preise
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Nachdem Kulturstaatsminister Weimer drei linke Buchhandlungen von der Nominierten-Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis der Jury streichen ließ, erntete er Kritik und ließ daraufhin die zeremonielle Verleihung der Preise auf der Leipziger Buchmesse absagen.

Die Streichung der drei Buchläden aus Berlin, Göttingen und Bremen mit linksgerichtetem Programm für den Deutschen Buchhandlungspreis stieß zuvor auf massive Kritik, zumal die Kritikpunkte und Inhalte der „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnisse“ nicht publik gemacht wurden. Die Buchhandlungen „Zur schwankenden Weltkugel“ in Berlin, „The Golden Shop“ in Bremen und die „Rote Straße“ in Göttingen, die Weimer vom Preis ausgeschlossen hat, werden nun Klage gegen dieses Vorgehen einreichen und verlangen Einsicht ins Verfahren und die Gründe für den Ausschluss des jährlich vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien verliehenen Preises. Laut ihren Anwälten gebe es „ein grundrechtlich geschütztes Interesse zu erfahren, wer genau wann und warum auf die Preisvergabe diesen bislang beispiellosen Einfluss genommen hat“, heißt es.

Statt eines öffentlichen Auftritts werden die ausgewählten Buchhandlungen ihr Preisgeld und die Urkunde nun direkt erhalten. Die Hauptpreise werden gesondert bekannt gegeben. Der Deutsche Buchhandlungspreis zeichnet etwa 100 engagierte kleine inhabergeführte Buchläden aus, die Preisgelder von 7.000 bis 25.000 Euro erhalten, was zugleich eine Finanzspritze für sie darstellt.

Zur Absage der Preisverleihung teilte ein Sprecher des Beauftragten für Kultur und Medien in einer Verlautbarung mit: „Die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises sollte am 19. März 2026 erstmals im Rahmen der Leipziger Buchmesse stattfinden, in einem konzentrierten, würdevollen Festakt. Nun droht aber die Debatte um die Nicht-Berücksichtigung von drei Juryvorschlägen den eigentlichen Sinn der Veranstaltung – nämlich die Auszeichnung und Ehrung unabhängiger Buchhandlungen – zunehmend zu überlagern.“ Da dem Kulturstaatsminister eine angemessene Würdigung der Ausgezeichneten kaum noch möglich scheine, wird der Festakt nun gestrichen.

Weiterhin kündigte Kulturstaatsminister Weimer in diesem Zusammenhang an: „Wir werden zudem zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Diskussion im Rahmen einer öffentlichen Dialogveranstaltung über Kunst- und Meinungsfreiheit und die Bedeutung staatlich finanzierter Kunstpreise einladen.“

Dazu in Band 307 erschienen:

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