Kunst gegen Terror

13. Januar 2016 · Aktionen & Projekte
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Zum Jahrestag des Attentats auf die Pariser Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ gingen inzwischen manche Kommentatoren auf Distanz zu den Blattmachern: in Deutschland könne sich das Satireblatt „Titanic“ wohl kaum solch eine radikale Religionskritik erlauben wie die Kollegen von „Charlie Hebdo“ in Frankreich, so der Tenor eines Beitrags in WDR 5, und die „tageszeitung“ verstieg sich gar zu der Einschätzung: „Nur die ständigen Kontroversen um Mohammed-Karikaturen hielten das Blatt, das seine besten Zeiten längst hinter sich hatte, noch im Gespräch und brachten es finanziell über die Runden. Doch man kann sich fragen, ob das noch Satire war und ist…“ Interne Kontroversen gab es auch um eine Ausstellung „Kunst trifft Terror“, die 23 Künstler und der BBK-Landesverband Saar zum Jahrestag der Ermordung der Pariser Karikaturisten vom 7. Januar bis zum 21. Februar 2016 im Abteihof Wadgassen zeigen: dass die Künstlerin Siglinde Kallnbach dazu eine Performance aufführen wollte, bei der auch die Messerattacke auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker angesprochen wird, fand bei den Künstlerkollegen keine Gegenliebe: „Ich persönlich sehe da wenig Zusammenhang mit unserem Thema“, befand eine der örtlichen BBK-Künstlerinnen. Auch ein anderer Teilnehmer wünschte sich erst einmal „eine Vorlaufzeit, die lang genug ist, um die Wogen um Henriette Reker zu glätten und andere Themen in den Vordergrund zu schwemmen“. Weil auch noch weitere Künstler sich „gegen die Performance“ aussprachen, sagte Kallnbach ihre Beteiligung letztlich ab. Unmittelbar nach den Anschlägen in Paris vom 13. November 2015 sammelte sie auf einer Schiffsreise durchs westliche Mittelmeer im Rahmen ihres Projekts „a performancelife“ auf Leinwänden 5.000 Unterschriften zur Bekundung der Solidarität und Empathie mit den Opfern und übersandte sie an die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Diese bedankte sich in einem persönlichen Brief bei der Künstlerin: sie sei über diese Botschaften der Menschen „sehr berührt. Die Terroristen wollten das angreifen, was Paris in den Augen der gesamten Welt verkörpert, nämlich eine Lebensart, die sich auf der Freiheit, der Toleranz und dem Respekt gegenüber allen Verschiedenheiten gründet. Aber sie haben damit keinen Erfolg, sondern verstärken nur unsere Entschlossenheit, unsere Werte der Weltoffenheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit zu verteidigen und zu befördern, was auch die Botschaften in den Unterschriften in sehr schöner Weise bezeugen.“

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