Kunsttourismus in Zeiten von Reisewarnungen

29. April 2020 · Kulturpolitik
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Österreich lässt zwar ab dem 18. Mai 2020 eine schrittweise Öffnung der Museen wieder zu, und dort dürfen Hotels auch ab dem 29. Mai 2020 wieder öffnen. Das deutsche Auswärtige Amt hat aber seine Reisewarnung allerdings für alle „nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland“ bis zum 14. Juni 2020 verlängert – ein Pfingstausflug von Deutschland zum Besuch des „Kunsthaus Bregenz“ oder eines Museums in Salzburg fiele also in diesen Zeitraum, für den das Auswärtige Amt davon abrät. Noch hält Österreich seine Grenzen derzeit ohnehin geschlossen. Wie der „Münchener Merkur“ berichtet, sei Bundeskanzler Sebastian Kurz mit der deutschen Regierung wegen einer baldigen Grenzöffnung „im Gespräch“ – dabei geht es aber vor allem um die Berufspendler zwischen Bayern und Westösterreich: „Schritte zur Grenzöffnung sollen in den nächsten Wochen anstehen“, heißt es. Wer sich noch gut daran erinnert, wie schwierig es war, früher in der DDR spontan in einer HO-Gaststätte einkehren zu wollen, wird dann in einem Wiener Kaffeehaus ein Deja-vu-Erlebnis haben: die dürfen zwar ab dem 15. Mai 2020 wieder öffnen, doch „eine freie Platzwahl sei nicht möglich. Die Tische würden zugewiesen. Die Regierung empfiehlt zudem eine vorherige Reservierung.“ In den Niederlanden gilt ein Veranstaltungsverbot bis zum 1. Juni 2020 – bis dahin ist z.B. sind das Van Gogh Museum und das benachbarte Rijksmuseum in Amsterdam noch geschlossen, und natürlich ebenso dort das Museumsrestaurant. Thomas Bareiß, der Tourismusbeauftragte der deutschen Bundesregierung, erklärte gegenüber den Radiosender Bayern 2: „Fernreisen werden sicherlich auf eine gewisse absehbare Zeit nicht stattfinden“. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Kunsttourismus und den internationalen Kulturaustausch – laut „Stuttgarter Nachrichten“ befürchtet Cecilie Hollberg, Leiterin der Galleria dell’Accademia in Florenz, einen „längeren Ausfall der Besucher aus dem Ausland… wenn es so weiter geht wie bisher, kommen in diesem Jahr mancherorts womöglich 90 Prozent weniger Einnahmen zusammen“.

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