Lee Ufan erhält den Wolfgang-Hahn-Preis
Lee Ufan, südkoreanischer Maler und Objektkünstler, wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn-Preis 2026 der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig Köln ausgezeichnet.
Die reduzierte Malerei Lee Ufans prägt seit den 1970er-Jahren die internationale Kunstszene. So war er Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung, übersetzbar als „Schule der Dinge“, einem Kollektiv von Künstler*innen in Tokio zwischen 1968 und 1975. Weiterhin gilt er als Vertreter der künstlerischen Dansaekhwa-Bewegung. In seiner künstlerischen Praxis sucht Ufan nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge.
Gastjurorin der Auszeichnung war in diesem Jahr Mami Kataoka, Direktorin des Mori Art Museums in Tokio. Sie führt aus: „Beeinflusst von der, für ihren monochromen Stil bekannten, koreanischen Dansaekhwa-Bewegung („monochrome Malerei“), arbeitet Lee mit einem breiten Pinsel, mit dem er Punkte, Linien und diffuse Rechtecke auf großformatigen Leinwänden platziert. Diese Elemente erscheinen als isolierte Formzeichen, rhythmisch strukturierte Muster oder in lockeren, nicht-narrativen Figurationen.“
Die Preissumme beträgt 100.000 Euro und dient dem Ankauf eines Werks für das Museum. Die Preisverleihung findet am 06. November 2026 während der Art Cologne statt. Anschließend ist das Werk vom 7. November 2026 bis zum 04. April 2027 im Museum Ludwig Köln zu sehen.
Direktor Dr. Yilmaz Dziewior freut sich, dass Lee Ufan nun in die Sammlung des Museum Ludwig Eingang findet: „Der heute 90-jährige Künstler pflegt einen engen Bezug zur Kunstszene in Deutschland, vor allem zum Rheinland: Zur Eröffnung des Museum Ludwig vor 50 Jahren waren seine Arbeiten in der Kunsthalle Düsseldorf, dem Glaskasten in Marl, der Galerie m in Bochum und bereits im Museum Ludwig selbst zu sehen. Bis heute fehlte aber ein Werk des Künstlers in der Sammlung. Diese Leerstelle wird nun mit der Erwerbung zum Wolfgang-Hahn-Preis geschlossen.“
Auch Mayen Beckmann, die Vorstandsvorsitzende Gesellschaft für Moderne Kunst, ist begeistert: „Die Nominierung von Lee Ufan knüpft an eine lange Reihe konzeptuell arbeitender Wolfgang-Hahn-Preisträger*innen seit 1994 an und ist nach Haegue Yang erneut eine künstlerische Position aus Südkorea zur Erweiterung der Sammlung. Lees Werk für die Sammlung des Museum Ludwig knüpft hervorragend an die Sammelleidenschaft des Ehepaares Peter und Irene Ludwig an, die sich von Beginn an für asiatische Kunst interessierten. Nur mit Hilfe des großzügigen Entgegenkommens des Preisträgers gelingt eine Erwerbung. Finanziert wird der Wolfgang-Hahn-Preis aus den Beiträgen unserer engagierten Mitglieder.“
Dazu in Band 293 erschienen: