Luther und die Avantgarde

2. Mai 2017 · Aktionen & Projekte
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500 Jahre Reformation – zum Jubiläum des Protestantismus gibt’s „Luther Nudeln“ und „Luther Quietschentchen“ als Devotionalien im Kirchen-Merchandising, aber auch ernsthafte künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Wirken des Wittenberger Reformators. Den Auftakt machte zu Jahresbeginn das Frauenmuseum Bonn mit der Ausstellung „Weibliche Reformation – von der Pfarrfrau zur Bischöfin“ (bis 1. Nov. 2017), denn bekanntermaßen sorgte Luthers Ehefrau Katharina von Bora für die wirtschaftliche Grundlage der Familie – die Studenten des Theologieprofessors wurden von ihr mit Kost und Logis gegen Entgelt versorgt, auch mit selbstgebrautem Bier (dem aber auch Luther selbst gerne zusprach). Ab dem 20. Mai 2017 findet in der Lutherstadt Wittenberg die „Weltausstellung Reformation“ statt, die 16 Wochen lang in verschiedene „Themenwochen“ eingeteilt ist, mit einer Festwoche zu Beginn und einer Abschlusswoche. Zentraler Ausstellungsort für die dreiteilige Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ vom 19. Mai bis zum 17. September 2016 ist das ehemalige Gefängnis von Wittenberg, das für das Projekt „Reformation 2017“ eigens instand gesetzt und öffentlich zugänglich gemacht wird. Parallel dazu werden die Matthäus-Kirche in Berlin und die Karlskirche in Kassel bespielt. „Internationale Gegenwartskunst trifft auf das geistige ‚Modell‘ Luther: Das ist der Ausgangspunkt der Ausstellung“. Insgesamt sind 65 Künstler eingeladen, sich mit dem „geistigen Erbe des Reformators“ auseinander zu setzen, darunter Eija-Liisa Ahtila, Ólafur Elíasson, Ayse Erkmen, Isa Genzken, Pascale Marthine Tayou, Günther Uecker, Ai Weiwei, Gilbert & George, Erwin Wurm und Zhang Peili. Das britische Künstlerpaar Gilbert & George beteiligt sich mit seinen „Sündenbock-Bildern“. Dazu sagte Pfarrer Christhard-Georg Neubert von der Stiftung St. Matthäus: „Wir haben Gilbert & George eingeladen, weil wir meinen, dass es zu den Frieden stiftenden Aufgaben der Kirche gehört, gefährliche Feindbilder zu benennen, abzubauen und zur Versöhnung beizutragen, ohne die Wirklichkeit schön zu reden.“ www.r2017.org

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