Moscow International

3. Juni 2016 · Biennalen
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Seit 2008 wird die Moskau International Biennale ausgerichtet, in diesem Jahr findet sie zum fünften Mal statt, und zwar vom 1. Juli bis zum 10. August 2016. Sie bietet jungen Künstlern und Kuratoren bis 35 Jahren eine Plattform. Der aktuelle Kurator Nadim Samman hat 87 Künstler eingeladen. Hauptausstellungsort ist die ehemalige Fabrikhalle Trekhgornaya Manufaktura. Die Beiträge dort beschäftigen sich mit den Problemen unserer Zeit von der Gefahr eines „ökologischen Kollaps“ bis zum Zusammenspiel von Transparenz und Intrasparenz im digitalen Zeitalter (1. Juli bis 10. August 2016). Unter dem Titel „Deep Inside“ beschäftigen sich die eingeladenen Teilnehmer als Vertreter einer neuen Künstlergeneration mit den Strukturen einer globalisierten Welt und wie diese im „Hier und Jetzt“ künstlerisch und gesellschaftlich „modelliert“ werden könnten. Die beteiligten Künstler sind in der Regel jünger als 35 Jahre, und in der Regel gilt dies auch für die berufenen Kuratoren. Die „außer-körperlichem Erfahrungen“ im Umgang mit den sozialen Medien und den Atavaren in der Computerwelt bilden einen der inhaltlichen Schwerpunkte dieser Biennale: Google Earth und die Luftfahrt, Satellitenbilder von der Erde und Aufnahmen vom Universum erlauben uns nach Sammans Ansicht einen tellurischen Blick auf die Welt quasi aus einer göttlichen Perspektive, und sie animierten uns heute auch zu utopischen Überlegungen, ob der Mars zu besiedeln sei – tatsächlich ist ja auch sonst manches, was vor 100 Jahren noch science fiction war, inzwischen real geworden: 1899 wurde Paul Linckes Operette „Frau Luna“ mit der Vision vom Mond als Vergnügungspark uraufgeführt, aber erst zwischen 1969 und 1972 landeten mehrmals US-Astronauten tatsächlich auf dem Mond – im ideologischen Wettstreit mit russischen Kosmonauten. Auch wenn dieses Ereignis der ersten Mondlandung im kollektiven Gedächtnis weitgehend in Vergessenheit geraten ist, so hat es doch mit der Raumfahrt- und Satellitentechnologie eine erste Phase einer globalisierten Sicht auf die Welt eingeleitet (in jener Zeit betitelte der Medienwissenschaftler McLuhan sein Schlüsselwerk mit „Krieg und Frieden im globalen Dorf“), der dann in den 1990er Jahren durch die heutige Informations- und Kommunikationstechnologie, des weiteren durch die Verdichtung der Transportsysteme (Hochgeschwindigkeitszüge, Billigflüge) sowie Änderung der politischen Rahmenbedingungen (Liberalisierung und Deregulierung der Wirtschaft, Öffnung der Grenzen) eine zweite Phase der Globalisierung folgte. Neben Samman berief das Organisationskommittee noch weitere Kuratoren für Teilprojekte: João Laia aus Portugal präsentiert die Ausstellung „H Y P E R C O N N E C T E D“ im Moscow Museum of Modern Art am Ermolayevsky Pereulok. Silvia Franceschini und Valeria Mancinelli aus Italien zeigen ihr Projekt „Time of Reasonable Doubts“ im National Centre for Contemporary Art. www.youngart.ru

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