Museum Folkwang erwirbt Hahn-Skulptur von Katharina Fritsch
Die Sammlung des Museum Folkwang wurde mit dem Ankauf von Katharina Fritschs Skulptur „Hahn und Podest“ (2013/2019) um ein zentrales Werk der Kunst des 21. Jahrhunderts erweitert. Die fast vier Meter hohe Skulptur der international renommierten Bildhauerin ist seit dem 8. März 2026 in den Sammlungsräumen des Folkwang Museums zu sehen.
Zelebriert wurde die Neuerwerbung am 7. März in Anwesenheit der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Ina Brandes und dem Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen. Die Erwerbung wurde durch eine Vielzahl öffentlicher und privater Förderer ermöglicht.
Ursprünglich ist der Hahn aus handgeschliffenem Polyesterguss in leuchtend blauer Farbe 2013 für das Fourth Plinth-Programm auf dem Trafalgar Square in London entstanden, woraufhin im Jahr 2019 eine Fassung für den Innenraum folgte, bei der sich der Hahn auf einem hellgrünen Podest befindet. Die in Essen gebürtige Künstlerin löst in ihren ikonischen figurativen Plastiken die Grenzen zwischen dem Gewöhnlichen und dem Absonderlichen oder Unheimlichen auf. Dabei rühren ihre Werke an Träume und Alpträume, erinnern an Märchen und erwecken Kindheitserinnerungen. Über ihren Hahn bemerkt die Künstlerin: „Er muss sensibel und ein kleinwenig schwach aussehen. Er hat diese Federn, die wie ein Springbrunnen explodieren, und das hat etwas Freudiges und Stolzes; keine einfache Form, sehr kompliziert … und fast ein wenig barock.“
Der Direktor Museum Folkwang Peter Gorschlüter führt weiter aus: „Mit Hahn und Podest ist es uns gelungen, ein Hauptwerk der Künstlerin und eine Ikone der Kunst des noch jungen 21. Jahrhunderts für die Folkwang-Sammlung zu erwerben. Damit setzen wir unsere Programmatik fort, international bedeutende Positionen der zeitgenössischen Kunst mit Schlüsselwerken in die Sammlung aufzunehmen. Das Werk von Katharina Fritsch hat mit seiner Genese, seiner einzigartigen Stellung in der zeitgenössischen Bildhauerei und mit seiner außergewöhnlichen Strahlkraft das Potential, ein neues Wahrzeichen im und für das Folkwang zu werden.“
Auch die Ministerin Ina Brandes unterstreicht die Relevanz des Werkes für das Land Nordrhein-Westfalen: „Katharina Fritsch gehört weltweit zu den bedeutendsten Künstlerinnen unserer Zeit. Mit ihren markanten Skulpturen eröffnet sie neue Perspektiven auf scheinbar vertraute Dinge des Alltags. Es ist eine große Freude, dass wir mit Hahn und Podest eine herausragende Arbeit von ihr im Museum Folkwang dauerhaft erleben können. Das haben wir als Land Nordrhein-Westfalen sehr gerne unterstützt. Mein Dank gilt auch allen weiteren Förderern und Unterstützern, die diesen Ankauf möglich gemacht haben.“
Thomas Sternberg, Präsident der Kunststiftung NRW betont: „Mit dem Ankauf von Hahn und Podest erwirbt das Museum Folkwang eine zentrale Position der Gegenwartskunst und stärkt sein Profil als Ort ihrer Bewahrung, Erforschung und Vermittlung. Dass dieses Werk der gebürtigen Essenerin nun dauerhaft in Essen verankert ist, halten wir für dringend geboten und sind stolz, dazu maßgeblich beitragen zu können.“ Ulrich Blank, Vorsitzender Folkwang-Museumsverein e. V., hebt hervor: „Die Mitglieder des Folkwang-Museumsvereins, die das Museum Folkwang seit Gründung unterstützen, haben uns ermöglicht, das beeindruckende Werk von Katharina Fritsch der gemeinsamen Sammlung von Stadt und Museumsverein hinzuzufügen.“