Noch mehr Antisemitismus auf der Documenta entdeckt

27. Juli 2022 · Kulturpolitik
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Laut „Jüdischer Allgemeine“ hat „die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Hessen (RIAS Hessen) weitere antisemitische Motive im Rahmen der documenta fifteen gefunden.“ Es heißt , im Museum Fridericianum habe die Reproduktion einer Broschüre mit dem Titel „Presence des Femmes“ aus dem Jahr 1988 aus gelegen. Sie soll vom algerischen Kollektiv „Archives des luttes des femmes en Algérie“ („Archive der Frauenkämpfe in Algerien“) ausgelegt worden sein und illustriere antisemitische Klischees: „Ein Soldat hat eine auffällige Hakennase, ein anderer bedroht ein unschuldiges Kind, mehrere Soldaten sind als unheimliche, entmenschlichte Monster abgebildet. Anhand der Davidsterne auf ihren Helmen sind sie als Juden zu erkennen… Dabei werden die Illustrationen von Erklär-Texten begleitet, die dem jüdischen Staat seine Daseinsberechtigung absprechen“, reportiert der Bayerische Rundfunk. Als Urheber der Zeichnungen wird der syrische Künstler Burhan Karkoutly genannt. Die FAZ-„Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, die Broschüre sei schon einmal auf Bitten einer Besucherin entfernt worden, wurde dann aber wieder ausgelegt: Henriette Sölter, die Pressechefin der Documenta, erklärte dazu, man habe die Bilder in der Broschüre „strafrechtlich und ikonographisch“ untersucht und „sie für nicht antisemitisch befunden.“ Die HNA-Hessisch Niedersächsische Allgemeine ließ am selben Tag, als diese Meldung über die Broschüre verbreitet wurde, in einem Interview den Publizisten Alexander Feuerherdt zu Wort kommen: „Nach der gängigen Antisemitismus-Definition der Internationalen Allianz zum Holocaust-Gedenken ist antisemitisch, wer Israel dämonisiert, delegitimiert und doppelte Standards nutzt“. Wenn man diese Definition zur Einschätzung der antiisraelischen Boykottbewegung BDS heranzöge, sei sie in diesem Falle „klar erfüllt“, und, so ließe sich noch ergänzend anfügen, im Falle dieser Broschüre wohl ebenso. Das meint jedenfalls auch Felix Klein, der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung: „Diese Hassbilder zeigen, dass auch die neue Documenta-Leitung immer noch nicht die notwendigen inhaltlichen und strukturellen Konsequenzen aus dem bisherigen Skandal gezogen hat.“

Dazu in Band 283 erschienen:

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