Parallelausstellung zur Documenta 2017

19. Juni 2016 · Aktionen & Projekte
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In Kassel ist es gute Tradition, dass die Kirche St. Elisabeth gegenüber dem Museum Fridericianum, auf der anderen Seite des Vorplatzes in dessen Sichtweite gelegn, eine eigene Ausstellung parallel zur jeweiligen documenta zeigt. Dechant Harald Fischer von der Katholischen Kirchengemeinde Kassel: „Bei einer solchen Veranstaltung in Kassel, zu der Hunderttausende Menschen aus der ganzen Welt anreisen, wird die katholische Kirche nicht die Türen geschlossen halten, sondern den Raum der Elisabethkirche durch eine eigene künstlerische Installation in besonderer Weise erlebbar machen. Die documenta-Zeit bietet uns viele Möglichkeiten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“ 2012 kam man mit den documenta-Machern freilich anders ins Gespräch als erwartet: der damaligen künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev missfiel nämlich die Skulptur von Stephan Balkenhol oben auf dem Glockenturm; sie sprach gar von einem „zerstörerischen Akt“ und löste damit eine Kontroverse aus, wer denn nun die Hoheitsrechte über den Friedrichsplatz habe: Diese Rechte nimmt zwar die Stadt Kassel wahr, doch das Grundstück von St. Elisabeth ist kirchliches Terrain. 2017 wird unter der Leitung von Christoph Baumanns erneut ein künstlerisches Projekt in der Kirche die documenta-Wochen begleiten. Die Berliner Künstlerin Anne Gathmann wird den Kirchenraum mit einem Band aus mehreren tausend Aluminiumelementen durchmessen. „Die Elemente sind auf zwei Stahlseile gezogen, die an zwei Punkten unter der Decke befestigt werden: vor der Orgel und vor der Altarwand. Das Band folgt also der Längsachse des Raums und findet seine Position auf Grund der Gravitation. Der Wendepunkt befindet sich auf knapp drei Meter Höhe.“ Dorthin, in die Höhe wird der Blick des Betrachters gelenkt, da sich der Raum eben durch diese Installation „nach oben hin entwickelt und öffnet“, wie der Basler Kulturkritiker Aurel Schmidt erläutert: „Der physikalische Raum verwandelt sich in einen geistigen Raum“. Die Installation ist dort von Mai bis September 2017 zu sehen.

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