Skulptur Projekte Münster beendet: „Unabhängigkeit sichern“

4. Oktober 2017 · Aktionen & Projekte
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Mit 650.000 Besuchern in 16 Wochen Laufzeit weisen die Skulptur Projekte Münster 2017 einen Rekord auf – das bedeutet gegenüber der letzten Projektreihe 2007 einen Anstieg um rund 11,5 Prozent. Noch mehr Besucher wären allerdings nicht zu verkraften – für die Infrastruktur der Ausstellung und für den städtischen Raum der 310.000 Einwohner-Stadt ist „aus Sicht des Ausstellungsteams“ ein „Maximum“ erreicht. 35 Stationen umfasste der Münsteraner Parcours diesmal. Zu Fuß konnte nicht jeder Besucher diese Strecke an einem Tag in Muße bewältigen, und so gab es 24.500 Ausleihen beim Fahrradverleih „Skulptur Projekte by Bike“ – was durchaus Sinn macht: die Stadt ist weitgehend flach, und so hat das Radfahren im Münsterland eine ähnlich lange Tradition wie in den benachbarten Niederlanden. Anders als in Kassel, wo die diesjährige Documenta sowohl in künstlerischer als auch in finanzieller Hinsicht in den Feuilletons negative Schlagzeilen produzierte, endeten die Skulptur Projekte 2017 mit einer positiven Bilanz. Ticketverkäufe als Bezugsgröße für Erfolg oder Misserfolg entfallen in Münster freilich, da alle ausgestellten Werke im öffentlichen Raum frei zugänglich sind. Dennoch mahnt der Teamleiter Kasper König an, die „Unabhängigkeit der Ausstellung“ müsse auch für die Zukunft gesichert werden: „Die Vorbereitungen müssen jetzt sofort losgehen. Eine Stiftung? Eine gGmbH? Was auch immer, wichtig ist: die politische Inbesitznahme muss unbedingt verhindert werden und deswegen führen wir gerade intensive Gespräche mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Stadt Münster und hoffentlich bald auch mit dem neu gegründeten Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW über die juristische Form…“ König schlägt vor, die nächsten Skulptur Projekte nicht in zehn Jahren 2017, sondern erst wieder in elf Jahren stattfinden zu lassen, d.h. nicht schon wieder in einem „Superkunstsommer“ mit gleichzeitig einer Documenta und einer Biennale in Venedig. www.skulptur-projekte.de

Dazu in Band 248/249 erschienen:

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