Soziale Lage der Künstler: prekär

29. Mai 2018 · Kulturpolitik
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Das Institut für Strategieentwicklung (IFSE) und der Künstlerverband BBK untersuchten die wirtschaftliche und soziale Situation der Künstler in Berlin. Ergebnis: Nur etwa 10 Prozent können von ihrer Malerei oder Bildhauerei leben; alle anderen müssen sich zusätzlich noch um andere Erwerbsquellen bemühen. Seit der letzten Untersuchung dieser Art hat sich die wirtschaftliche und soziale Lage der bildenden Zunft mithin kaum verändert – wer keinen Lebenspartner oder eine Ehefrau mit regelmäßigen Einkünften fürs Familieneinkommen hat oder als Erbe ein großes Vermögen aufzehren kann, der muss drei Nächte die Woche Taxi fahren oder als Kellner arbeiten. Wer Glück hat, kommt wenigstens relativ fachnah als Volkshochschuldozent für Kunst oder als Gebrauchsgrafiker irgendwo unter. Künstlerinnen verdienen mit durchschnittlich 8.300 Euro deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen, die aber auch nur recht bescheidene Durchschnittseinkünfte von 11.662 Euro in die Steuererklärung eintragen. Bitter sieht es im Alter aus: wer als Maler oder Bildhauerin jahrzehntelang von der Hand in den Mund gelebt hat, der bekommt oftmals nicht mehr als 357 Euro an Rente im Monat. Kaum eine andere Berufsgruppe ist daher so sehr von Altersarmut bedroht, weshalb Sozialforscher der Berliner Senatsverwaltung dringend dazu raten, einen „Kulturplan“ zu erstellen. Denn von den rund 400 Mill. Euro, die der Berliner Senat jedes Jahr ausgibt, fließen das Meiste in rund 70 Institutionen, und nur der bescheidene Rest in Einzel- und Projektförderungen. Was dann bei der Antragstellung von den Künstlern im Finanzierungsplan an Eigenleistungen aufgelistet wird, grenzt oft an Selbstausbeutung; Rücklagen für die Altersvorsorge kann auf diese Weise kaum einer bilden, der sich immer nur von Stipendium zu Stipendium hangelt.

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