Streit um Arnulf Rainer-Übermalungen

26. September 2022 · Kulturpolitik
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Die Sammlerin Brigitte Löw-Radeschnig gab im Verlag für moderne Kunst ein Buch unter dem Titel „Heiße Tage auf Teneriffa“ heraus. Wie der Wiener „Der Standard“ berichtet, ist dieser Band mit 65 Abbildungen von Werken aus Löw-Radeschnigs Sammlung mit erotischen Zeichnungen des Künstlers Arnulf Rainer illustriert. Weil in dem Buch aber auch Fotos zu sehen sind, die Arnulf Rainer bei der Arbeit an der Bilderserie zeigen, beantragte Familie Rainer dagegen eine einstweilige Verfügung. Eine Neuauflage soll nun ohne diese Fotos erscheinen. Mit den Fotos sollte nämlich die Echtheit der Blätter bewiesen werden, so heißt es, doch Hannelore Ditz, Lebensgefährtin und Managerin von Arnulf Rainer, hatte bereits 2019 vor einer geplanten Versteigerung im Wiener Auktionshaus „im Kinsky“ zwei Blätter wegen Fälschungsverdachts beschlagnahmen lassen. Über diese Bilderserie, die Arnulf Rainer zwischen 2011 und 2014 in seinem Atelier auf Teneriffa produzierte, als Übermalungen von Fotos, wird schon seit Jahren gestritten. Die Fotovorlagen hatte der Künstler und Kulturmanager Rene Rietmeyer erstellt, der schließlich ein Konvolut solcher Übermalungen an die Sammlerin Löw-Radeschnig verkaufte. Rainer soll ihm diese Werke als Abgeltung für Kosten, Spesen und die Einräumung des Urheberrechts an den Fotovorlagen überlassen haben, so Rietmeyers Einlassung. Über die Frage, ob der Verkauf rechtmäßig war, haben Löw-Radeschnig und Ditz bereits vor Gericht gestritten: Löw-Radeschnigs Klage auf „Unterlassung der Behauptungen, unter dubiosen Umständen in den Besitz der Bilder gekommen zu sein, bei denen es sich mehrheitlich um Fälschungen handele“, wurde in erster Instanz abgewiesen, auch, weil Ditz „vor Gericht den ursprünglichen Fälschungsvorwurf teils bestritt“. Der Anwalt der Sammlerin hatte angekündigt, in die Berufung gehen zu wollen. Arnulf Rainer schwieg bislang dazu, es heißt, er werde von seiner Familie abgeschirmt. „Der Standard“ lässt den Galeristen Philipp Konzett zu Wort kommen, der die Blätter für echt und den gesamten Vorgang für eine „Farce der Sonderklasse“ hält.

Dazu in Band 89 erschienen:

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