Streit um Zeichnungen von Arnulf Rainer

2. Februar 2021 · Kulturpolitik
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Ein pikanter Streit um Übermalungen von Arnulf Rainer sorgte jüngst erneut für Gesprächsstoff in der Wiener Kunstszene. Der Künstler schuf zwischen 2011 und 2014 in seinem Atelier auf Teneriffa ein Konvolut von erotischen Zeichnungen. „Die Früchte dieses auch über Fotoaufnahmen und Videos dokumentierten Schaffensrausches sorgen jetzt für grobe Verwerfungen“, berichtet die Wiener Zeitung „Der Standard“. Der Künstler René Rietmeyer arbeitete dabei mit Rainer zusammen, lieferte ihm die Vorlagen für die Übermalungen, organisierte und finanzierte auch Ausstellungen mit den Werken. Als Gegenleistung für die Abtretung des Urheberrechts, für Fotoaufnahmen und sonstige Aufwendungen überließ Arnulf Rainer dem Schaffenspartner Rietmeyer etwa ein Viertel der Blätter. Einen ersten Streit darüber gab es bereits 2014, als nach einer Ausstellung während der Biennale von Venedig Hannelore Ditz, langjährige Lebensgefährtin von Arnulf Rainer, von Rietmeyer Werke einforderte, die ihm bzw. der Stiftung GAA-Global Art Affairs gehörten. „Es folgte eine Anzeige wegen des Verdachts der Veruntreuung, die Staatsanwaltschaft sah diesen nicht gegeben und verwies auf den Zivilrechtsweg. Ditz und Rainer verzichteten darauf“, fasst der „Standard“ zusammen. Unlängst sorgte eine Beschlagnahmung von Blätter erneut für eine Schlagzeile. Über Rietmeyer und die Sammlerin Brigitte Löw war ein Teil der Arbeiten in die Hände des Galeristen Gerald Ziwna gelangt, der diese im Wiener Auktionshaus Kinsky versteigern lassen wollte, was Ditz allerdings über die Durchsetzung des Beschlagnahmebeschlusses zu verhindern versuchte. Laut „Der Standard“ soll Hannelore Ditz inzwischen behauptet haben, die erotischen Zeichnungen seien Fälschungen. Die Sammlerin Löw verklagte daraufhin Rainer und Ditz wegen dieser Behauptung. Beide äußern sich auf Anraten ihres Anwalts wegen laufender Ermittlungen derzeit öffentlich nicht dazu.

Dazu in Band 89 erschienen:

Dazu in Band 204 erschienen:

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